Fahrverhalten könnte frühe Gehirnveränderungen und Demenzrisiko bei älteren Erwachsenen aufdecken

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Fahrverhalten könnte frühe Gehirnveränderungen und Demenzrisiko bei älteren Erwachsenen aufdecken

Die Fahrgewohnheiten älterer Erwachsener könnten frühe Warnzeichen für kognitiven Abbau und Demenz liefern, wie eine vorläufige Studie zeigt, die auf der International Stroke Conference 2026 der American Stroke Association vorgestellt werden soll. Die Untersuchung von 220 Erwachsenen ab 65 Jahren ergab, dass Schäden der weißen Hirnsubstanz mit weniger Fahrten, reduzierter Fahrhäufigkeit, wiederholten Routen und mehr Fahrfehlern verbunden waren – besonders bei jenen, die später Demenz entwickelten.

Die Forscher verfolgten das Fahrverhalten der Teilnehmer über fünf Jahre mithilfe von Autosensoren, die Geschwindigkeitsüberschreitungen, Kollisionen, starkes Bremsen und scharfe Kurvenfahrten aufzeichneten. Hirnscans im ersten Jahr maßen sogenannte White Matter Hyperintensities – Schadensbereiche durch verminderte Durchblutung des Hirngewebes. Die Analyse zeigte, dass Teilnehmer mit stärkeren Schäden der weißen Substanz tendenziell weniger fuhren und stärkere Einbußen bei der Anpassung von Fahrrouten und -gewohnheiten aufwiesen.

Während der Nachbeobachtungszeit entwickelten 17 % der Teilnehmer kognitive Beeinträchtigungen, die meisten wurden später mit Alzheimer diagnostiziert. In dieser Gruppe war eine höhere Last an White Matter Hyperintensities mit riskanterem Fahrverhalten und mehr Unfällen verbunden. Schäden im hinteren Hirnbereich – zuständig für visuelle Verarbeitung und Bewegungssteuerung – standen besonders mit erhöhtem Unfallrisiko in Verbindung.

„Teilnehmer mit White Matter Hyperintensities im hinteren Hirnbereich hatten ein noch höheres Unfallrisiko als jene mit Veränderungen in anderen Hirnarealen, was sie über die Zeit anfälliger für unsichere Fahrmanöver und Autounfälle machte“, erläuterte Studienautorin Dr. Chia-Ling Phuah, außerordentliche Professorin am Barrow Neurological Institute in Phoenix.

Ein bedeutender Befund betraf Blutdruckmedikamente. Teilnehmer, die Medikamente gegen Bluthochdruck einnahmen – insbesondere ACE-Hemmer – zeigten seltener riskantes Fahrverhalten als jene ohne solche Medikation. Dieser schützende Effekt trat selbst dann auf, wenn Hirnscans deutliche Schäden der weißen Substanz zeigten, was darauf hindeutet, dass diese Medikamente die Hirngesundheit unabhängig von der Blutdruckkontrolle unterstützen könnten.

„Ein besonders vielversprechender Befund war, dass Personen unter Blutdruckmedikamenten, speziell ACE-Hemmern, tendenziell sicherere Fahrgewohnheiten beibehielten, selbst wenn ihre Hirnscans mehr Schäden zeigten“, bemerkte Phuah. „Das legt nahe, dass diese Medikamente die Hirngesundheit im Alter unterstützen können.“

Dr. Nada El Husseini, Vorsitzende des wissenschaftlichen Statements der American Heart Association 2023 zu kognitiven Beeinträchtigungen nach Schlaganfällen, kommentierte die Implikationen: „Das Überraschende an diesen Ergebnissen ist, dass Personen unter ACE-Hemmern trotz des Ausmaßes der White-Matter-Erkrankung seltener Beeinträchtigungen im Fahrverhalten zeigten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass kognitives Screening und Hirnbildgebung bei Menschen mit Fahrschwierigkeiten in Betracht gezogen werden sollten.“

Die Studienergebnisse stimmen mit etablierten medizinischen Leitlinien zu Blutdruckmanagement und Hirngesundheit überein. Laut der Bluthochdruck-Leitlinie der American Heart Association 2025 wird eine frühzeitige Behandlung bei diagnostiziertem Bluthochdruck empfohlen, um Hirngesundheit und Kognition zu erhalten, da Forschung belegt, dass Blutdruck kognitive Funktion und Demenzrisiko beeinflusst.

Die Forscher schlagen vor, dass die Überwachung des Fahrverhaltens mit kommerziellen Fahrzeugdatenloggern helfen könnte, ältere Erwachsene mit höherem Risiko für unsicheres Fahren, Verlust der Selbstständigkeit und subtilen kognitiven Problemen zu identifizieren. Dieser Ansatz könnte Veränderungen erkennen, bevor traditionelle Gedächtnis- und Denksymptome offensichtlich werden, und so möglicherweise frühere Interventionen ermöglichen.

Die Studie hat mehrere Einschränkungen, darunter eine kleine Stichprobengröße und mangelnde Diversität unter den Teilnehmern – die meisten waren weiß und akademisch gebildet. Die Medikamenteneinnahme wurde selbst berichtet, was Fehler einbringen könnte. Das Forschungsteam plant größere Studien mit diverseren Teilnehmern, um diese Ergebnisse zu bestätigen und zu erweitern.

Für Pflegende und Familienmitglieder unterstreicht die Forschung die Bedeutung, subtile Veränderungen im Fahrverhalten zu beachten. Pam Duncan, deren Ehemann Larry 2023 mit Alzheimer diagnostiziert wurde, teilte ihre Perspektive als Pflegende: „Bei frühen kognitiven Beeinträchtigungen können Symptome subtil sein, und das Fahren ist eines davon. Ignorieren Sie diese Veränderungen nicht. Als Pflegende ist es unsere Rolle, Selbstständigkeit zu unterstützen, während wir den Mut haben, schwierige Entscheidungen zu treffen.“

Die Studie wurde als Teil des Driving Real-World In-Vehicle Evaluation System (DRIVES)-Projekts an der Washington University in St. Louis durchgeführt. Die Daten wurden über einen neunjährigen Zeitraum von 2016 bis 2024 gesammelt, wobei die Teilnehmer jährliche klinische und kognitive Bewertungen neben ihrer Fahrüberwachung durchliefen.

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Das Redaktionsteam Burstable.News

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