Studie: Dissezierende Aneurysmen in Halsarterien erhöhen Schlaganfallrisiko in den ersten sechs Monaten nicht

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Studie: Dissezierende Aneurysmen in Halsarterien erhöhen Schlaganfallrisiko in den ersten sechs Monaten nicht

Erwachsene, bei denen neben einer zervikalen Arteriendissektion auch dissezierende Aneurysmen auftreten, haben in den ersten sechs Monaten nach der Diagnose kein erhöhtes Schlaganfallrisiko im Vergleich zu Patienten mit alleiniger zervikaler Arteriendissektion. Dies geht aus einer vorläufigen Studienanalyse eines globalen Registers hervor. Die Ergebnisse, die auf der International Stroke Conference 2026 der American Stroke Association vorgestellt werden sollen, liefern wichtige Informationen für Kliniker, die diese Erkrankung behandeln, die eine bedeutende Ursache für Schlaganfälle bei jüngeren Erwachsenen darstellt.

Die zervikale Arteriendissektion, ein Riss in der inneren Auskleidung einer Halsarterienwand, ist für etwa 2 % aller ischämischen Schlaganfälle verantwortlich, macht aber bis zu 25 % der Schlaganfälle bei Erwachsenen unter 50 Jahren aus. Wenn Blut durch einen solchen Riss austritt, kann sich ein Gerinnsel bilden, das zum Gehirn wandern und einen Schlaganfall verursachen kann. In einigen Fällen führt diese Blutung zu einer Ausbuchtung oder einem Ballon in der Arterienwand, einem sogenannten dissezierenden Aneurysma. Forscher hatten bisher nur begrenzte wissenschaftliche Informationen über dissezierende Aneurysmen, einschließlich optimaler Diagnose-, Überwachungs- und Behandlungsstrategien.

Die Studie, eine Teilanalyse der STOP-CAD-Forschung (Antithrombotics for Stroke Prevention in Cervical Artery Dissection), untersuchte Daten von über 4.000 Teilnehmern aus 63 Zentren in 16 Ländern. Die Forscher fanden heraus, dass etwa 19 % der Patienten mit zervikaler Arteriendissektion dissezierende Aneurysmen entwickelten. Bemerkenswerterweise zeigten diese Patienten im Vergleich zu Patienten ohne Aneurysmen während des sechsmonatigen Nachbeobachtungszeitraums kein höheres Schlaganfallrisiko. Darüber hinaus wies in der Untergruppe mit dissezierenden Aneurysmen etwa 10 % ein Aneurysmawachstum über sechs Monate auf, doch auch dieses Wachstum korrelierte nicht mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko.

Studienautor Muhib Khan, M.D., M.B.B.S., außerordentlicher Professor für Neurologie an der Mayo Clinic, betonte den Wert großer Datensätze für einen umfassenden Überblick. Die Analyse ergab, dass Personen mit dissezierenden Aneurysmen häufiger eine Vorgeschichte von Migräne, Bindegewebserkrankungen und leichten Halsverletzungen vor der Dissektion hatten. Diese Faktoren könnten Klinikern bei der Überwachung der Aneurysmaentwicklung helfen. Co-Autor Zafer Keser, M.D., ebenfalls außerordentlicher Professor an der Mayo Clinic, fügte hinzu, dass die Bildung dissezierender Aneurysmen nicht mit hämorrhagischen Schlaganfällen oder erhöhter Sterblichkeit verbunden war, was weitere Beruhigung bietet.

Die Implikationen dieser Ergebnisse sind für die klinische Praxis bedeutsam. Laut Louise D. McCullough, M.D., Ph.D., FAHA, ehemalige Vorsitzende der International Stroke Conference, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass häufige bildgebende Nachuntersuchungen bei diesen Patienten reduziert werden könnten und invasive Eingriffe wie die Platzierung eines Karotis-Stents – die eine chronische Thrombozytenaggregationshemmung erfordert – überdacht werden könnten, wenn das Risiko eines erneuten Schlaganfalls als gering eingeschätzt wird. McCullough, die nicht an der Studie beteiligt war, merkte an, dass die Ergebnisse Patienten helfen zu verstehen, dass trotz einer Schädigung der Halsarterie ihr Risiko für einen erneuten Schlaganfall gering bleibt.

Die Studie hat Einschränkungen, darunter ihr retrospektives Design und die Abhängigkeit von Bildauswertungen durch Radiologen und Neurologen ohne standardisierten, zentralisierten Bewertungsprozess. Die Forscher räumen ein, dass eine prospektive, einjährige Studie mit klar definierten Behandlungsmethoden und Bildinterpretationsprotokollen helfen würde, diese Ergebnisse zu bestätigen. Das Forschungsabstract ist im American Stroke Association International Stroke Conference 2026 Online Program Planner verfügbar.

Diese Analyse trägt zu wachsenden Belegen bei, dass zervikale Arteriendissektionen ein geringes Risiko für erneute Schlaganfälle bergen. Für medizinisches Fachpersonal und Patienten bietet die Studie wichtige Leitlinien für die Überwachung und Behandlung in den kritischen ersten sechs Monaten nach der Diagnose, was möglicherweise unnötige Eingriffe und Ängste reduziert. Die American Heart Association bietet zusätzliche Ressourcen zum Thema Schlaganfall über ihren Stroke Hub und verwandte Bildungsmaterialien an.

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Das Redaktionsteam Burstable.News

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