Die Viromed Medical AG, ein auf Kaltplasma-Technologie spezialisiertes Medizintechnikunternehmen, hat den erfolgreichen Abschluss einer mehrjährigen Studie zur Anwendung von kaltem Atmosphärenplasma (CAP) in der Lunge bekannt gegeben. Die Studie, die sich auf die beatmungsassoziierte Pneumonie (VAP) – eine kritische Herausforderung in der Intensivmedizin – konzentrierte, bestätigte das Potenzial von Kaltplasma als physikalische, nicht-pharmakologische Behandlung schwerer infektiöser Lungenerkrankungen. Die Daten zeigen ein klar definiertes therapeutisches Sicherheitsfenster und eine vollständige Reduktion pathogener Keime in Lungenepithelmodellen.
Ein wichtiger Bestandteil der Forschung war die ex vivo Validierung an vitalen Lungen in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes und der Medizinischen Hochschule Hannover. Das in der Studie verwendete isolierte, beatmungs- und perfusionsfähige Lungenmodell spiegelt wichtige physiologische Eigenschaften der menschlichen Lunge realistisch wider und ermöglicht reproduzierbare Untersuchungen an vitalem Organgewebe. Die Studiendaten werden nun zur Veröffentlichung in einer renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift eingereicht.
Uwe Perbandt, Mitglied des Vorstands der Viromed Medical AG, erklärte: „Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Studie haben wir einen Punkt von herausragender Bedeutung für Viromed und für die moderne Pneumologie erreicht. Die Daten bestätigen das Potenzial unserer Kaltplasma-Technologie in einem der empfindlichsten Organsysteme des menschlichen Körpers. Besonders ermutigend ist, dass wir nicht mehr nur über präklinische Evidenz sprechen, sondern bereits erste erfolgreiche Anwendungen bei Patienten in einem universitären klinischen Umfeld sehen.“
Basierend auf den Studienergebnissen wurde die Technologie von Viromed bereits in einem universitären Umfeld in einem schweren pulmonalen Einzelfall bei einem menschlichen Patienten eingesetzt. Nach Zustimmung der zuständigen Ethikkommission behandelte ein Universitätsklinikum mit einer auf Lungen- und Transplantationsmedizin spezialisierten Abteilung einen Patienten im Zusammenhang mit einer Lungentransplantation und massiven Komplikationen. Der Einsatz von Kaltplasma war sehr erfolgreich, und nach Einschätzung der behandelnden Ärzte war der beobachtete positive klinische Verlauf außergewöhnlich. Das Krankenhaus plant, den Fall in Kürze zu veröffentlichen, und weitere schwer kranke Patienten mit hohem Risiko eines tödlichen Ausgangs befinden sich in Behandlung.
Die Auswirkungen dieser Ankündigung sind für die Pneumologie und Intensivmedizin von großer Bedeutung. Während klassische pharmakologische Therapien zunehmend durch die Entwicklung von Resistenzen eingeschränkt werden, eröffnet Kaltplasma als physikalischer Wirkmechanismus eine neue therapeutische Dimension. Viromed sieht klare Hinweise, dass die Kaltplasma-Technologie die Pneumologie grundlegend verändern wird, indem sie möglicherweise schwere Lungeninfektionen verhindert. Mit Blick auf die Zukunft rücken weitere Anwendungen der Kaltplasma-Technologie in der Intensivmedizin in den klinischen Forschungsbereich, wie der intrakardiale Einsatz bei Operationen wegen bakterieller Endokarditis vor Implantation einer Klappenprothese oder die Anwendung im Thorax bei bakteriellen Pleuraempyemen.
Für die Industrie könnte diese Entwicklung einen Paradigmenwechsel bei der Behandlung von Infektionskrankheiten darstellen, da sie eine nicht-pharmakologische Alternative bietet, die nicht zur antimikrobiellen Resistenz beiträgt. Für Patienten, insbesondere auf Intensivstationen mit VAP, könnte diese Technologie eine lebensrettende Behandlungsoption darstellen. Die Viromed Medical AG, die seit Oktober 2022 an der Börse notiert ist und über ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Viromed Medical GmbH operiert, will den Einsatz der Kaltplasma-Technologie in der Medizin weiter vorantreiben und Wachstumspotenziale realisieren. Weitere Informationen finden Sie unter www.viromed-medical-ag.de.
