Ein neuer Behandlungsansatz für Säuglinge und Kleinkinder, die vor der Geburt oder als Neugeborene einen Schlaganfall erlitten haben, hat signifikante und anhaltende Verbesserungen der Arm- und Handfunktion gezeigt. Dies geht aus vorläufigen Forschungsergebnissen hervor, die auf der International Stroke Conference 2026 der American Stroke Association vorgestellt wurden. Die Studie konzentrierte sich auf den perinatalen arteriellen ischämischen Schlaganfall (PAIS), die häufigste Form des Schlaganfalls bei Kindern, die oft zu einer Hemiparese führt – einer eingeschränkten willkürlichen Motorik auf einer Körperseite.
Die Forschung untersuchte eine Therapie namens I-ACQUIRE, eine für sehr junge Kinder angepasste Form der Constraint-Induced Movement Therapy (CIMT). Dieser Rehabilitationsansatz soll das Gehirn nach einer Verletzung umprogrammieren, indem der Gebrauch des stärkeren Arms und der stärkeren Hand des Kindes mit einer leichten Schiene eingeschränkt wird, um so die Nutzung des vom Schlaganfall betroffenen Gliedes zu fördern. Die Therapie wurde im Zuhause oder in der natürlichen Umgebung des Kindes durchgeführt und beinhaltete ein Elternprogramm. Damit ist es die erste Studie, die diese spezifische Form der CIMT für diese Altersgruppe nach perinatalen Schlaganfällen bewertet. Weitere Informationen zu Schlaganfällen bei Kindern sind von der American Stroke Association unter https://www.stroke.org erhältlich.
In dieser Phase-3-randomisierten klinischen Studie rekrutierten Forscher 216 Kinder im Alter von 8 bis 36 Monaten an 15 US-Standorten, wobei die Ergebnisse von 167 Kindern in die Analyse einflossen. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeteilt: einer hochdosierten I-ACQUIRE-Gruppe, die sechs Stunden Therapie täglich über vier Wochen erhielt; einer moderat dosierten Gruppe mit drei Stunden täglich über vier Wochen; oder einer Standardversorgungsgruppe, die wöchentlich etwa eine Stunde Physio- und Ergotherapie von ambulanten Therapeuten erhielt.
Die Ergebnisse zeigten, dass am Ende der Behandlung sowohl die hoch- als auch die moderat dosierten Gruppen Verbesserungen der neuromotorischen Fähigkeiten aufwiesen, mit einem medianen Zuwachs von 3 neuen Fähigkeiten im Vergleich zu einem medianen Zuwachs von 1 Fähigkeit in der Standardversorgungsgruppe. Die signifikantesten Ergebnisse zeigten sich jedoch sechs Monate nach der Behandlung. Kinder in der hochdosierten Gruppe hatten deutlich größere Fähigkeitszuwächse als die in der moderat dosierten oder der Standardversorgungsgruppe. Diese Unterschiede waren noch ausgeprägter bei Kindern, deren Behandlung dem Therapieprotokoll am genauesten folgte.
Eltern von Kindern in beiden I-ACQUIRE-Gruppen berichteten von bedeutsamen Verbesserungen in der alltäglichen funktionellen Nutzung des schwächeren Arms und der schwächeren Hand ihrer Kinder. Zu diesen neuen Fähigkeiten gehörten das Erkunden und Manipulieren von Spielzeug, die Verwendung von Kommunikationsgesten und die Ausführung von Selbsthilfeaufgaben, die zuvor unmöglich waren. Das Abstract der Studie ist im Online-Programmplaner unter https://professional.heart.org verfügbar.
Ein unerwarteter Befund war, dass Kinder in der Standardversorgungsgruppe ebenfalls klinisch bedeutsame Verbesserungen in spezifischen Arm- und Handfertigkeiten nach sechs Monaten zeigten, wie etwa Greifen, Zugreifen und die Nutzung des beeinträchtigten Arms zum Balancieren. Im Gegensatz zu den I-ACQUIRE-Gruppen berichteten die Eltern dieser Kinder jedoch zu keinem der beiden Bewertungszeitpunkte von funktionellen Verbesserungen im Alltag.
„Diese Forschung schließt eine Wissenslücke“, sagte Studienautorin Sharon Ramey, Ph.D., vom Fralin Biomedical Research Institute. Bisher stützten sich Behandlungsempfehlungen auf Daten von älteren Kindern mit Zerebralparese, wobei es an ausreichenden Belegen speziell für Säuglinge und Kleinkinder mangelte. Die Studie bestätigt, dass die Behandlung gut angenommen, sicher war und messbare Vorteile brachte. Ramey wies auf das Erholungspotenzial hin, das „bei weitem das übertrifft, was einst als ziemlich düstere Prognose galt“. Eltern berichteten von Veränderungen, die die bisherigen Erwartungen übertrafen und ihre Hoffnungen auf eine künftige Teilnahme ihres Kindes an typischen Aktivitäten steigerten.
Die Implikationen der Studie sind erheblich für die klinische Praxis und Familien. Sie liefert den ersten robusten Beleg für ein gezieltes, intensives Therapieprotokoll für eine vulnerable Bevölkerungsgruppe mit begrenzten Behandlungsoptionen. Das hausbasierte Betreuungsmodell mit Einbeziehung der Eltern könnte wirksame Interventionen zugänglicher machen. Darüber hinaus stellt die Forschung frühere Annahmen über Erholungsgrenzen nach frühen Hirnverletzungen in Frage und deutet auf eine größere Kapazität für Neuroplastizität und funktionelle Gewinne hin als bisher angenommen.
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, weisen die Autoren auf Einschränkungen hin, darunter, dass die 15 Studienstandorte möglicherweise nicht alle Versorgungsumgebungen repräsentieren und die endgültige Stichprobengröße reduziert war. Die Forschung wurde vom National Institute of Neurological Disorders and Stroke finanziert. Da die Studie auf einer wissenschaftlichen Tagung vorgestellt wurde, gelten die Ergebnisse als vorläufig, bis sie in einer peer-reviewed Zeitschrift veröffentlicht werden. Die American Heart Association stellt allgemeine Finanzinformationen unter https://www.heart.org bereit.

