Die USA setzen tödliche Militäroperationen in der Karibik und im östlichen Pazifik fort, die sich gegen mutmaßlich am Drogenschmuggel beteiligte Schiffe richten. Diese Kampagne hat seit ihrem Beginn 126 Todesopfer gefordert. Diese Maßnahmen haben erhebliche Unsicherheit und Angst unter kolumbianischen Fischern verursacht, die für ihren Lebensunterhalt auf Hochseefischerei angewiesen sind. Viele sind aufgrund von Sicherheitsbedenken nun zögerlich, aufs Meer hinauszufahren.
Präsident Trump hat behauptet, diese maritimen Angriffe seien äußerst effektiv und hätten 97 % der illegalen Drogen gestoppt, die auf dem Seeweg in die USA gelangen. Offizielle Daten widersprechen dieser Aussage jedoch und zeigen einen Anstieg der Grenzbeschlagnahmen von Kokain um fast 34 %. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass Schmuggler weiterhin Drogen transportieren und dabei ihre Einfuhrwege in das Land anpassen.
Ben Stechschulte, ein in Florida zugelassener Strafverteidiger mit Erfahrung in der Verteidigung von Drogenschmuggelfällen, äußerte in einem Interview mit NPR Skepsis gegenüber der Wirksamkeit der Kampagne. „Ich glaube nicht, dass sie eine abschreckende Wirkung hat“, sagte Stechschulte über die Bombenangriffe. „Die Drogenkartelle betrachten dies als Kosten des Geschäfts.“ Der Gründer und Hauptanwalt von StechLaw Criminal Defense erklärte, dass Händler verlorene Schiffe einfach ersetzen und alternative Routen einrichten, wenn sie gestört werden.
Sicherheitsanalyst Adam Isacson vom Washington Office on Latin America bekräftigte diese Einschätzung und wies darauf hin, dass die meisten Drogenboote in Südamerika entladen werden, bevor die Drogen auf dem Landweg in die USA transportiert werden. Diese logistische Realität untergräbt die strategische Prämisse der maritimen Abfangbemühungen, da Landrouten weiterhin als alternative Schmuggelwege zur Verfügung stehen.
Die fortgesetzten Militäroperationen trotz steigender Opferzahlen und wirtschaftlicher Störungen für legale Fischereiindustrien werfen Fragen zur Gesamteffektivität und Verhältnismäßigkeit der Kampagne auf. Da die Regierung keine Anzeichen für Pläne zeigt, die Bombenangriffe einzustellen, scheinen die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten weiter anzusteigen, ohne dass die Verfügbarkeit von Drogen entsprechend sinkt. Die Situation verdeutlicht die komplexen Herausforderungen bei der Bekämpfung transnationaler krimineller Netzwerke mit primär militärischen Mitteln, während gleichzeitig Kollateralschäden für Zivilbevölkerungen und legale Wirtschaftsaktivitäten in betroffenen Regionen abgewogen werden müssen.

