Eine neue Studie, veröffentlicht in Laparoscopic, Endoscopic and Robotic Surgery (LERS), bietet einen der ersten direkten Vergleiche von drei robotischen Chirurgieplattformen, die bei der Darmkrebschirurgie eingesetzt werden. Die COMPAR-CRC-Multiplattform-Studie untersuchte die Ergebnisse von 45 Patienten, die zwischen Februar und Dezember 2024 eine roboterassistierte Kolonresektion mit dem Da Vinci Xi, Hugo™ RAS oder Versius®-System erhielten. Die Forschung, die von zwei erfahrenen Kolorektalchirurgen in zwei chirurgischen Einheiten durchgeführt wurde, zielte darauf ab, die Durchführbarkeit und frühen Ergebnisse dieser Technologien zu bewerten.
Die Studie umfasste 45 aufeinanderfolgende erwachsene Patienten, wobei 15 Eingriffe auf jeder Plattform durchgeführt wurden. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 66,8 Jahre, und 68,9% der Operationen wurden bei Darmkrebs durchgeführt. Die primären Endpunkte waren die Konversionsraten zu Laparoskopie oder offener Chirurgie sowie intraoperative Komplikationen. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die postoperative Erholung, onkologische Ergebnisse und plattformspezifische technische Parameter.
Die Ergebnisse zeigten keine Konversionen in der Da-Vinci-Gruppe, während es bei Hugo™ RAS zu zwei Konversionen zur Laparoskopie und bei Versius® zu drei kam. Ein intraoperatives Instrumentenversagen wurde bei Hugo™ RAS gemeldet, und jede Gruppe erlitt eine chirurgische Komplikation. Bemerkenswerterweise ergaben sich keine signifikanten Unterschiede in der postoperativen Erholung oder den onkologischen Ergebnissen zwischen den drei Systemen. Allerdings wurden technische Unterschiede beobachtet: Bei Versius®-Fällen war die Verwendung von laparoskopischen Energiegeräten häufiger erforderlich (p < 0,001), und Hugo™ RAS war mit einer längeren Gesamt-OP-Zeit (p = 0,022) und einer längeren Inzisionslänge (p = 0,005) verbunden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass robotische kolorektale Chirurgie mit allen drei Plattformen durchführbar ist, wenn sie von erfahrenen Chirurgen durchgeführt wird. Die Autoren warnen jedoch, dass die frühen Ergebnisse vielversprechend sind, aber größere vergleichende Studien erforderlich sind, um Unterschiede in der Erholung und onkologischen Wirksamkeit zu bestätigen. Die Studie, veröffentlicht mit der DOI 10.1016/j.lers.2025.10.001, unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Plattformauswahl und Schulung, da neue Robotersysteme auf den Markt kommen.
Die Auswirkungen auf die chirurgische Gemeinschaft sind erheblich: Während das Da-Vinci-System mit einer nachgewiesenen niedrigen Konversionsrate der etablierte Standard bleibt, bieten neuere Plattformen wie Hugo™ RAS und Versius® Alternativen, die mit Kompromissen bei Operationszeit und Inzisionslänge verbunden sein können. Für Patienten und Gesundheitsdienstleister unterstreicht die Studie, dass trotz technischer Unterschiede die Sicherheits- und Erholungsergebnisse in den Händen erfahrener Chirurgen vergleichbar erscheinen. Da die robotische Chirurgie weiter expandiert, wird weitere Forschung entscheidend sein, um bewährte Verfahren zu verfeinern und die Patientenversorgung zu optimieren.
