Die American Heart Association hat heute einen Präsidentenrat veröffentlicht, der warnt, dass die Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung in den Vereinigten Staaten ein kritisches Niveau erreicht hat. Die gesamten Gesundheitsausgaben nähern sich 5 Billionen US-Dollar jährlich und werden Prognosen zufolge innerhalb des nächsten Jahrzehnts 20 % des Bruttoinlandsprodukts des Landes verschlingen. Der in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte Rat beschreibt detailliert, wie steigende Kosten die langfristige Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems gefährden und den Zugang der Patienten zur Versorgung beeinträchtigen.
Laut dem Rat werden die Gesundheitskosten im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis 2050 voraussichtlich auf das Vierfache steigen. Eine aktuelle Gallup-Umfrage ergab, dass die Menschen im ganzen Land besorgt sind über den Zugang zur und die Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung. Eine Umfrage von McLaughlin & Associates zeigte, dass mehr als die Hälfte (51 %) der Wähler die Krankenversicherung als ihr größtes gesundheitliches Anliegen nennen, gefolgt von Krankenhausrechnungen (11 %) und Arzneimittelkosten (10 %).
„Die Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung ist eine der prägenden Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Dr. Dhruv S. Kazi, M.D., M.S., Freiwilliger der American Heart Association und Vorsitzender des Redaktionskomitees, Direktor der Herz-Intensivstation am Beth Israel Deaconess Medical Center und außerordentlicher Professor an der Harvard Medical School. „Dieser Rat legt grundlegende Leitprinzipien für Maßnahmen dar, um sicherzustellen, dass jeder in diesem Land Zugang zu der benötigten Versorgung hat und das Gesundheitssystem für kommende Generationen nachhaltig ist.“
Steigende Kosten haben reale Konsequenzen: Sie zwingen Patienten dazu, Behandlungen aufzuschieben oder ganz darauf zu verzichten, was die Gesundheitsergebnisse verschlechtert und zu finanziellen Härten sowie medizinischen Schulden beiträgt. Medizinische Schulden, ein unter wohlhabenden Ländern einzigartig amerikanisches Problem, sind eine Hauptursache für Privatinsolvenzen. Der Rat identifiziert ein komplexes Geflecht miteinander verbundener Treiber hinter den steigenden Gesundheitskosten, darunter hohe Preise für Behandlungen und Dienstleistungen, administrative Komplexität, Unterinvestitionen in Prävention und öffentliche Gesundheit, demografische Veränderungen sowie die Verlagerung von Kosten auf die Patienten.
Die Herzvereinigung schlägt vor, dass Bezahlbarkeit nicht allein durch Kürzungen erreicht werden kann. Strategische Investitionen in die Gesundheitsfachkräfte, Infrastruktur, Primärversorgung, Daten und öffentliche Gesundheit sind ebenfalls notwendig, um die Ergebnisse zu verbessern und gleichzeitig die langfristigen Kosten zu kontrollieren. Der Rat skizziert fünf Kernprinzipien, um politische Entscheidungsträger und Interessengruppen zu einem bezahlbareren und nachhaltigeren Gesundheitssystem zu führen: Zugang zu hochwertiger Versorgung ohne finanzielle Härten; minimale oder keine Kostenbeteiligung für hochwertige, kosteneffektive Behandlungen, einschließlich präventiver Leistungen; gemeinsame Verantwortung im gesamten Gesundheitsökosystem zur Förderung eines effizienteren, transparenteren und kostenbewussteren Systems; strategische Investitionen in die Gesundheitsfachkräfte, Infrastruktur und Daten; sowie Stärkung der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur und Bekämpfung von gesundheitlichen Ungleichheiten.
„Wir bei der American Heart Association glauben, dass jeder Mensch Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung ohne finanzielle Härten verdient“, sagte Nancy Brown, Geschäftsführerin der American Heart Association. „Bezahlbarkeit ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema – es ist ein Gesundheitsthema, das direkt Leben betrifft. Indem wir klare, evidenzbasierte Prinzipien für Maßnahmen darlegen, bekräftigen wir unser Engagement für die Förderung von Politiken und Lösungen, die den Zugang zur Versorgung verbessern, die Prävention stärken und ein nachhaltigeres Gesundheitssystem aufbauen.“
Der Rat wurde von einer freiwilligen Redaktionsgruppe von Experten im Namen der Herzvereinigung erstellt. Mehr als 8 von 10 (82 %) US-Erwachsenen geben an, Vertrauen in die American Heart Association zu haben, um vertrauenswürdige Informationen zur öffentlichen Gesundheit bereitzustellen, so eine aktuelle Umfrage des Annenberg Policy Center. Die Vereinigung belegte den zweiten Platz, nur hinter dem persönlichen Gesundheitsdienstleister einer Person. Der vollständige Rat mit dem Titel „Health Care Affordability in the United States, From Crisis to Action“ ist auf der Website der American Heart Association verfügbar. Zusätzliche Ressourcen, einschließlich eines Videointerviews mit Dr. Kazi, sind auf dem Veröffentlichungslink verfügbar.
