Personen, deren Mütter während der Schwangerschaft eine Plazentaablösung erlitten haben, haben bis zum Alter von 28 Jahren ein wesentlich höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken oder daran zu sterben, verglichen mit Personen, bei deren Geburt diese Komplikation nicht auftrat. Laut einer im Journal of the American Heart Association veröffentlichten Studie ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, etwa 4,6-mal höher und das Risiko, in den ersten 28 Lebensjahren wegen herzbedingter Erkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, fast dreimal so hoch.
Eine Plazentaablösung tritt auf, wenn sich die Plazenta vor der Geburt und nicht danach von der Gebärmutter löst, was zu schweren Blutungen und anderen ernsten Komplikationen für Mutter und Kind führen kann. Laut den 2026 Heart Disease and Stroke Statistics der American Heart Association betrifft diese Erkrankung etwa 0,5 % bis 1 % der Schwangerschaften in der Allgemeinbevölkerung. Die Studie analysierte fast 3 Millionen Geburten in New Jersey von 1993 bis 2020 und stellte fest, dass 28.641 Schwangerschaften (etwa 1 %) eine Plazentaablösung aufwiesen.
Während des 28-jährigen Nachbeobachtungszeitraums zeigten Kinder, deren Mütter eine Plazentaablösung hatten, deutlich erhöhte kardiovaskuläre Risiken. Neben dem 4,6-fach höheren Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten diese Kinder ein fast dreifach höheres Risiko, wegen herzbedingter Komplikationen wie Herzinsuffizienz, ischämischer Herzkrankheit, Herzinfarkt, verstopften Arterien und allgemeinen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Ihr Risiko für einen Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Schlaganfalls war 2,4-mal höher als bei Kindern, deren Mütter keine Plazentaablösung erlitten hatten.
„Unsere Studie legt nahe, dass eine Plazentaablösung als eine sehr ernste Komplikation für die Mutter angesehen werden muss, die sich auch potenziell auf die kardiovaskuläre Gesundheit des Kindes im späteren Leben auswirken kann“, sagte der Hauptautor der Studie, Cande Ananth, Ph.D., M.P.H., von der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School. „Die meisten Behandlungen nach einer Plazentaablösung konzentrieren sich auf die Nachsorge der Mutter nach einer Schwangerschaftskomplikation. Unsere Studie zeigt, dass es wichtig ist, dass auch ihre Kinder überwacht werden, um potenzielle Komplikationen aufgrund ihres erhöhten Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkennen.“
Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese kardiovaskulären Risiken bei Kindern unter einem Jahr sogar noch höher waren. Wichtig ist, dass der Zusammenhang zwischen Plazentaablösung und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko auch dann signifikant blieb, als die Forscher zusätzliche Analysen durchführten, in denen biologische Geschwister verglichen wurden. Dies deutet darauf hin, dass genetische und Umweltfaktoren allein diese Beziehung nicht erklären können.
Ananth betonte, dass eine Plazentaablösung „ein plötzliches und oft katastrophales Ereignis ist, das nicht verhindert werden kann und ohne Vorwarnung auftritt“. Er wies darauf hin, dass ältere Frauen und Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften ein erhöhtes Risiko haben, und dass eine gesunde Lebensweise – einschließlich des Verzichts auf Rauchen, Alkohol und illegale Drogen sowie einer guten Blutdruckkontrolle – dazu beitragen kann, die Risiken zu verringern, da diese Faktoren mit einer Plazentaablösung in Verbindung gebracht werden.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Überwachung sowohl der Mütter als auch der Kinder nach Schwangerschaftskomplikationen. „Wir wissen, dass Frauen, die während der Schwangerschaft Komplikationen haben, oft ein höheres Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle haben, und deshalb empfiehlt die American Heart Association, diese Frauen engmaschig zu überwachen, insbesondere in den ersten drei Monaten bis zu einem Jahr nach der Geburt“, sagte Stacey E. Rosen, M.D., FAHA, freiwillige Präsidentin der American Heart Association. „Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass es auch wichtig ist, ihre Babys auf Risiken zu überwachen und Möglichkeiten zu identifizieren, um die potenziellen Auswirkungen dieser Komplikationen auf sie nicht nur unmittelbar nach der Geburt, sondern während ihres gesamten Lebens zu verringern.“
Die Forscher schlagen vor, dass eine Zusammenarbeit von Kardiologie und Geburtshilfe mit pädiatrischen Programmen in medizinischen Fakultäten und Krankenhäusern wichtig sein wird, um sowohl Mütter nach der Entbindung als auch ihre Kinder während ihres Wachstums zu unterstützen und zu überwachen. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass weitere Forschung erforderlich ist, um zu verstehen, wie sich eine Plazentaablösung auf die Herzgesundheit von Kindern auswirkt, die aus diesen Schwangerschaften hervorgehen, und dass die aktuellen Ergebnisse begrenzt sind, da die Studie eine Analyse von Krankenhaus- und Sterberegistern darstellt und keine Ursache-Wirkungs-Beziehung herstellt.

