Die ETH Learning Factory Zug stellt eine bedeutende Entwicklung in der Schweizer Bildungs- und Industriezusammenarbeit dar. In den kommenden Jahren soll am Tech Cluster Zug eine neue Art von Lern-, Arbeits- und Forschungszentrum entstehen. Diese Initiative verbindet bewusst akademische und berufliche Bildung und entwickelt das duale Bildungssystem durch praktische, interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter.
In der neuen Einrichtung werden Studierende der ETH Zürich Seite an Seite mit Auszubildenden, Fachleuten und Forschenden an realen Herausforderungen aus Industrie und Gesellschaft arbeiten. Dieser Ansatz beantwortet grundlegende Fragen darüber, wie Ideen für neue industrielle Lösungen zu funktionierenden Prototypen werden und was verschiedene Bildungshintergründe dabei voneinander lernen können. Das Projekt konzentriert sich auf industrielle Automatisierung und Digitalisierung, nachhaltige Systeme sowie digitale Lernumgebungen.
Die Initiative verfügt über eine substanzielle finanzielle Unterstützung. Die Gesamtkosten für die erste Phase über zehn Jahre belaufen sich auf etwa 110 Millionen Franken. Der Kanton Zug steuert 55 Millionen Franken bei, während die Stadt Zug 27,5 Millionen Franken bereitstellt. Weitere Mittel kommen von Industriepartnern sowie von Sachleistungen der ETH Zürich durch Lehrveranstaltungen ihrer Dozierenden. Der Kanton Zug wird Finanzierungsvereinbarungen mit Tech Cluster Zug (Urban Assets Zug AG) für Infrastruktur und Nutzung sowie mit der ETH Zürich und der ETH Zürich Foundation für Betrieb und Weiterentwicklung abschließen.
Für die Region und Wirtschaft schafft die ETH Learning Factory Zug einen Ort, an dem Wissen, Praxis und Innovation direkt zusammenkommen. Unternehmen profitieren von praxisorientierten, forschungsbasierten Ideen und Zugang zu qualifizierten Talenten, während Auszubildende und Studierende wertvolle Erfahrungen bei der Arbeit an realen Industrieprojekten sammeln. Das Projekt eröffnet neue Formen der Talententwicklung und gemeinsamen Ausbildung mit langfristigen Vorteilen für Bildung, Forschung und die lokale Wirtschaft. Für Unternehmen rund um den Tech Cluster Zug schafft diese Initiative erhebliches Potenzial für ein kooperatives Ökosystem, das technologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen angeht.
Der Projektzeitplan sieht vor, dass parlamentarische Prozesse, einschließlich einer Volksabstimmung in der Stadt Zug, bis Ende 2026 abgeschlossen sein sollen. Nach Genehmigung durch die Kantons- und Stadtparlamente sowie durch die Stimmberechtigten der Stadt Zug könnte das Umwandlungsprojekt 2027 beginnen, wobei eine Bezugnahme des Gebäudes während 2029 möglich wäre. Dies stellt eine langfristige Investition in Bildung und Innovation für alle beteiligten Partner dar, einschließlich des Kantons Zug, der Stadt Zug, der ETH Zürich und der teilnehmenden Unternehmen.
Die ETH Zürich wird die Learning Factory betreiben und für Lehre und Forschung verantwortlich sein, unterstützt von etwa 20 Vollzeitstellen vor Ort. Die Einrichtung wird moderne Lernräume, Werkstätten, digitale Lernumgebungen und Bereiche für interdisziplinäre Zusammenarbeit auf dem Gelände der Tech Cluster Zug AG umfassen. Diese gemeinsame Investition legt den Grundstein dafür, zukünftige Generationen von Fachkräften auf sich verändernde technologische Anforderungen vorzubereiten und gleichzeitig die Position der Schweiz in Innovation und praxisnaher Bildung zu stärken.

