Die Intershop Communications AG, ein globaler Anbieter von B2B-Commerce-Lösungen für Fertigungs- und Großhandelssektoren, veröffentlichte vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 mit Gesamtumsätzen von 33,3 Millionen Euro, gegenüber 38,8 Millionen Euro im Jahr 2024. Das strategisch wichtige Cloud-Geschäft blieb mit Umsätzen von 20,5 Millionen Euro stabil und erreichte damit das Vorjahresniveau, während sein Anteil am Gesamtumsatz von 53 % auf 62 % stieg. Diese Stabilität im Cloud-Segment ging einher mit einem deutlichen Anstieg der Cloud-Auftragseingänge um 9 % auf 21,7 Millionen Euro, der hauptsächlich durch im vierten Quartal abgeschlossene neue Verträge getrieben wurde.
Das Betriebsergebnis (EBIT) des Unternehmens lag bei -2,8 Millionen Euro, beeinflusst durch ein komplexes Großprojekt im Service-Segment, das erheblich mehr Ressourcen erforderte als ursprünglich geplant. Intershop erreichte einen wichtigen operativen Meilenstein mit der Abnahme des Projekts Anfang Februar 2026. Die Service-Umsätze sanken um 29 % auf 6,3 Millionen Euro, während Lizenz- und Wartungsumsätze auf 6,4 Millionen Euro zurückgingen, da das Unternehmen seinen strategischen Fokus auf die Cloud-Geschäftsentwicklung weiterverfolgt. Die 2024 gestartete Partner-First-Strategie zeigte erste Wirkung, da die Umsetzung neuer Projekte zunehmend an das Partnernetzwerk übertragen wurde.
Der Bruttogewinn sank auf 14,7 Millionen Euro, wobei die Bruttomarge um zwei Prozentpunkte auf 44 % zurückging. Die Betriebsausgaben verringerten sich leicht um 1 % auf 17,5 Millionen Euro, obwohl die Forschungs- und Entwicklungskosten um 8 % auf 7,2 Millionen Euro stiegen. Die Vertriebs- und Marketingausgaben gingen um 15 % auf 6,3 Millionen Euro zurück, während die allgemeinen Verwaltungskosten um 4 % auf 3,2 Millionen Euro sanken. Sonstige Betriebsausgaben stiegen auf 1,3 Millionen Euro und beinhalteten einmalige Ausgaben für Personalabbau-Maßnahmen in Höhe von 0,9 Millionen Euro, die Effizienzverbesserungen und eine weitere Stabilisierung der Kostenbasis des Unternehmens bewirken sollen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank von 3,3 Millionen Euro auf 0,5 Millionen Euro.
Die jährlich wiederkehrenden Cloud-Umsätze (ARR) blieben zum Berichtsstichtag mit 20,1 Millionen Euro stabil und unverändert gegenüber dem Vorjahr. Die netto neuen ARR vor Währungseffekten beliefen sich auf 0,6 Millionen Euro, gegenüber 2,7 Millionen Euro im Jahr 2024, bedingt durch auslaufende Kundenverträge im laufenden Geschäftsjahr. Die Cloud-Marge blieb mit 65 % stabil, was auf anhaltende Effizienz in diesem Kerngeschäftssegment hinweist. Markus Dranert, CEO der Intershop Communications AG, erklärte, dass das Geschäftsjahr 2025 von operativen und strukturellen Veränderungen geprägt war, wobei das Unternehmen durch die technologische Weiterentwicklung seiner Plattform zu einer agentenbasierten B2B-Commerce-Lösung wichtige Grundlagen für die künftige Entwicklung gelegt habe.
Das Gesamtvermögen des Unternehmens belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 33,3 Millionen Euro, wobei die Eigenkapitalquote deutlich von 29 % Ende 2024 auf 36 % stieg. Dieser Anstieg war hauptsächlich auf eine Kapitalerhöhung durch eine Bezugsrechtsemission zurückzuführen, die das gezeichnete Kapital um 4,4 Millionen Euro auf 19,0 Millionen Euro erhöhte. Die liquiden Mittel betrugen 8,8 Millionen Euro, während der Cashflow aus operativer Tätigkeit bei -0,3 Millionen Euro lag, gegenüber 2,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die weltweite Mitarbeiterzahl sank von 261 Ende 2024 auf 224 Personen.
Im Rahmen der strategischen Entwicklung des Unternehmens verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von CEO Markus Dranert bis zum 31. März 2029. Frank Fischer, Vorsitzender des Aufsichtsrats, betonte, dass die Verlängerung auf Kontinuität und langfristige strategische Perspektive abziele, wobei Dranert eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Unternehmens-Technologie zu einer agentenbasierten B2B-Commerce-Plattform gespielt habe. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Intershop, dass die Cloud-Auftragseingänge und die netto neuen ARR auf Vorjahresniveau bleiben, wobei ein etwas geringerer prozentualer Umsatzrückgang im Vergleich zu 2025 prognostiziert wird. Dank der verbesserten Kostenbasis erwartet das Unternehmen ein ausgeglichenes Betriebsergebnis (EBIT). Der vollständige Konzernabschluss wird Mitte März 2026 veröffentlicht, wobei alle aktuellen Finanzzahlen vorläufig sind und der Abschluss der gesetzlichen Prüfung noch aussteht.

