Jens Mauthe, ein Amateurfilmerfotograf aus Richmond, Virginia, hat ein neues Langzeitfotografieprojekt abgeschlossen, das auf strengen Einschränkungen und wiederholter Ausführung basiert. Die Arbeit setzt seine ausschließlich analoge Praxis fort und bestärkt eine Methode, die in Routine, Dokumentation und physischem Druck verwurzelt ist. Dieser Ansatz bietet Einblicke, wie bewusste Einschränkungen technische Meisterschaft und künstlerische Disziplin in einer zunehmend von digitaler Unmittelbarkeit dominierten Ära fördern können.
Das Projekt entwickelte sich über viele Monate und folgte von Anfang bis Ende einer festen Struktur. Mauthe verwendete während der gesamten Dauer dieselben Kameras, Objektive, Filmmaterialien und Dunkelkammerausstattung. Sobald die Aufnahmen begannen, wurden keine neuen Werkzeuge eingeführt. Die Absicht war Kontrolle. Durch die Begrenzung von Variablen wollte Mauthe besser verstehen, wie kleine Veränderungen bei Licht, Belichtung und Druckentscheidungen das endgültige Foto beeinflussen. Diese Methodik hat Bedeutung für Fotografen, die über technische Unsicherheit hinaus zu vorhersehbaren, wiederholbaren Ergebnissen gelangen möchten.
Alle Fotografien wurden auf Schwarzweißfilm mit vollständig manuellen 35-mm- und Mittelformatkameras aufgenommen. Belichtungsentscheidungen erfolgten ohne Automatisierung. Verschlusszeit, Blende und Fokus wurden für jedes Bild bewusst eingestellt. Zum Zeitpunkt der Belichtung wurden Notizen aufgezeichnet, um Bedingungen und Absicht zu dokumentieren. Jede Filmrolle durchlief denselben Entwicklungsprozess, um Konsistenz zu wahren. Der Film wurde von Hand in einer Heimdunkelkammer entwickelt. Entwicklertyp, Verdünnung, Temperatur und Schüttelzeit blieben während des gesamten Projekts konstant. Dies beseitigte Rätselraten und ermöglichte es, Veränderungen in den Negativen auf die Belichtung zurückzuführen statt auf die Verarbeitung.
Das Drucken spielte eine zentrale Rolle. Mauthe betrachtete die Dunkelkammer als primären Ort der Entscheidungsfindung statt die Kamera. Jedes ausgewählte Negativ durchlief eine Abfolge von Teststreifen und Arbeitsabzügen. Belichtungszeiten wurden in kleinen Schritten angepasst. Kontrastfilterung wurde schrittweise verfeinert. Abwedeln und Nachbelichten waren minimal und wurden nur bei Bedarf zur Korrektur von Ungleichgewichten angewendet. Endgültige Abzüge wurden auf faserbasiertem Fotopapier mit traditionellen Vergrößerern und archivierender Chemie hergestellt. Jeder fertige Abzug wurde nach Archivstandards gewaschen, getrocknet, geglättet und gelagert. Mauthe beurteilte Abzüge als physische Objekte unter gleichbleibender Beleuchtung, statt sich auf Scans oder Bildschirme zu verlassen.
Das Motiv bleibt zurückhaltend. Die Fotografien zeigen ruhige Innenräume, Übergangsarchitektur und utilitäre Oberflächen in ganz Richmond. Mauthe vermied erkennbare Wahrzeichen, Menschen und inszenierte Szenen. Viele Bilder zeigen leere Räume, Ecken, Wände und strukturelle Details. Orte wurden wiederholt aufgesucht, um Neuheit zu reduzieren und Vertrautheit zu betonen. Diese Wiederholung war beabsichtigt. Durch das Arbeiten in denselben Räumen nahm Mauthe den Druck, neue Motive zu finden, und verlagerte die Aufmerksamkeit auf die Ausführung. Subtile Unterschiede in Lichtrichtung, Oberflächenabnutzung und Tonwertwiedergabe wurden zum Fokus.
Das abgeschlossene Projekt ist nun in Mauthes Online-Archiv unter https://www.jensmauthe.com veröffentlicht. Jedes Bild erscheint neben seinem Kontaktbogen und technischen Notizen. Belichtungseinstellungen, Entwicklungsprotokolle und Druckentscheidungen sind enthalten. Fehlgeschlagene Aufnahmen und verworfenen Abzüge bleiben sichtbar. Das Archiv präsentiert die Arbeit als vollständigen Prozess statt als kuratierte Auswahl. Mauthe betrachtet das Archiv als Arbeitsaufzeichnung. Das Ziel ist Genauigkeit, nicht Präsentation. Indem alle Schritte sichtbar bleiben, dokumentiert das Projekt, wie Analogfotografie funktioniert, wenn sie als Disziplin statt als Ergebnis behandelt wird.
Die Struktur unterstützt Fotografen, die an langfristiger Verbesserung durch wiederholbare Methoden interessiert sind. Das Projekt wurde ohne kommerzielle Absicht abgeschlossen. Die Fotografien sind nicht zum Verkauf und wurden nicht für Ausstellungstermine produziert. Mauthe arbeitet unabhängig und pflegt die Fotografie als persönliche Praxis. Die Veröffentlichung markiert den Abschluss einer definierten Phase statt einer endgültigen Aussage. Einschränkung bleibt zentral für seinen Ansatz. Die Begrenzung von Werkzeugen, Orten und Materialien ermöglicht tiefere Aufmerksamkeit für den Prozess. Mauthe arbeitet weiterhin langsam und produziert oft nur eine kleine Anzahl fertiger Abzüge über längere Zeiträume.
Fortschritt wird durch Konsistenz und Klarheit gemessen statt durch Menge. Zukünftige Projekte werden demselben Rahmen folgen. Festgelegte Ausrüstung. Definierter Motivbereich. Vollständige Dokumentation. Physisches Ergebnis. Jede neue Werkgruppe baut auf vorherigen Aufzeichnungen auf und bildet ein kumulatives Archiv von über die Zeit getroffenen Entscheidungen. Für Mauthe existiert Fotografie in der Abfolge. Film laden. Bewusst belichten. Sorgfältig entwickeln. Geduldig drucken. Alles aufzeichnen. Das fertige Foto ist wichtig, aber die Aufzeichnung, wie es entstand, ist wichtiger. Diese Perspektive fordert zeitgenössische Fotografiepraktiken heraus, die sofortige Ergebnisse über methodische Entwicklung stellen, und bietet ein alternatives Modell für künstlerisches Wachstum durch systematische Einschränkung.

