TV-Darstellungen von Herz-Lungen-Wiederbelebung oft ungenau und könnten reale Ungleichheiten in der Notfallversorgung verstärken

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TV-Darstellungen von Herz-Lungen-Wiederbelebung oft ungenau und könnten reale Ungleichheiten in der Notfallversorgung verstärken

Fernsehdarstellungen von Herz-Lungen-Wiederbelebung vermitteln häufig irreführende Informationen darüber, wer am ehesten Notfallhilfe benötigt und wo außerklinische Herzstillstände auftreten, wie eine in der Fachzeitschrift der American Heart Association Circulation: Population Health and Outcomes veröffentlichte Studie zeigt. Die Analyse von 169 amerikanischen fiktionalen TV-Episoden seit 2008 legt nahe, dass diese Darstellungen zu realen Ungleichheiten bei der HLW-Anwendung beitragen könnten, insbesondere bei Frauen, schwarzen und lateinamerikanischen Erwachsenen.

Die Forscher fanden heraus, dass weniger als 30 % der TV-Episoden die „Hands-Only“-HLW korrekt darstellten, bei der 911 gerufen und sofort mit Herzdruckmassagen begonnen wird. Die American Heart Association befürwortete diese vereinfachte Methode 2008, um mehr Menschen zu ermutigen, bei einem Herzstillstand schnell zu handeln. Obwohl Hands-Only-HLW in den kritischen ersten Minuten nach einem Herzstillstand bei Jugendlichen und Erwachsenen genauso wirksam ist wie konventionelle HLW, zeigten Fernsehprogramme oft andere Techniken.

Die Studie deckte erhebliche Diskrepanzen zwischen TV-Darstellungen und der Realität auf. Mehr als die Hälfte der HLW-Empfänger im Fernsehen war jünger als 40 Jahre, während reale Empfänger durchschnittlich 62 Jahre alt sind. Das Fernsehen stellte auch die Orte, an denen Herzstillstände auftreten, falsch dar: Während über 80 % der tatsächlichen außerklinischen Herzstillstände zu Hause passieren, wurden nur etwa 20 % auf diese Weise auf dem Bildschirm gezeigt. Stattdessen zeigten TV-Episoden häufiger Herzstillstände in abgelegenen Gebieten (37 %) oder öffentlichen Räumen (26 %).

Besonders besorgniserregend waren die demografischen Ungleichheiten, die sich zwischen Fernsehen und Realität widerspiegelten. Die Darstellungen zeigten häufig weiße Erwachsene und Männer sowohl als Empfänger als auch als Anwender von HLW, was reale Ungleichheiten widerspiegelt, bei denen Frauen sowie schwarze und lateinamerikanische Erwachsene seltener HLW von Laienhelfern erhalten. „Es könnte sein, dass das, was im Fernsehen gezeigt wird, ein Spiegelbild der Realität ist, oder dass das, was die Menschen im Fernsehen sehen, implizite Vorurteile oder Stereotype verstärkt, die zu niedrigeren HLW-Raten führen“, sagte Ore Fawole, Erstautor der Studie.

Jedes Jahr ereignen sich in den USA mehr als 350.000 außerklinische Herzstillstände. Sofortige HLW kann die Überlebensraten verdoppeln oder verdreifachen, doch nur etwa 40 % der Menschen, die außerhalb von Krankenhäusern einen Herzstillstand erleiden, erhalten diese sofortige Hilfe, wobei die Raten in bestimmten demografischen Gruppen noch niedriger sind. Die Initiative Nation of Lifesavers™ der American Heart Association zielt darauf ab, Laienhelfer in Lebensretter zu verwandeln, mit dem Ziel, die Überlebensraten bei Herzstillständen bis 2030 zu verdoppeln.

„Wir wissen, dass TV-Darstellungen von Gesundheitsthemen die Zuschauer beeinflussen können“, sagte die leitende Autorin Beth L. Hoffman, Ph.D., M.P.H. „Angesichts der schieren Anzahl von Menschen, die fernsehen, ist es wichtig zu überlegen, wie man dies nutzen kann, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Menschen HLW anwenden und Leben retten.“ Die Forschung legt nahe, dass genaue TV-Darstellungen helfen könnten, Lücken bei den Ungleichheiten in der HLW-Anwendung zu schließen.

Trotz der Ungenauigkeiten zeigte das Fernsehen eine ermutigende Statistik: 58 % der fiktionalen Herzstillstandsopfer erhielten HLW, mehr als die reale Rate von etwa 40 %. Dies deutet darauf hin, dass das Fernsehen das Potenzial hat, Laienhilfe zu normalisieren und zu ermutigen. „Wäre es nicht großartig, wenn die Darstellung von HLW zur Lebensrettung im Fernsehen mehr Menschen motivieren würde, schnell zu handeln, wenn sie einen außerklinischen Herzstillstand beobachten?“ sagte Stacey E. Rosen, M.D., freiwillige Präsidentin der American Heart Association.

Die Ergebnisse unterstreichen die mächtige Rolle, die Medien in der öffentlichen Gesundheitsaufklärung spielen können, sowie die Bedeutung einer genauen Darstellung in Unterhaltungsprogrammen. Da das Fernsehen Millionen von Zuschauern erreicht, hoffen die Forscher, dass diese Analyse zu genaueren Darstellungen anregt, die letztendlich Leben retten könnten, indem sie die Bereitschaft der Öffentlichkeit erhöht, HLW in allen demografischen Gruppen anzuwenden.

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Das Redaktionsteam Burstable.News

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