Da sich der Immobilienmarkt in Toronto zunehmend in Richtung vertikales Wohnen verschiebt, setzt sich die Immobilienmaklerin Michelle Kam für eine stärkere öffentliche Aufklärung über städtische Wohnentscheidungen ein. Sie betont, dass Käufer über die anfängliche Aufregung beim Kauf einer Immobilie hinausblicken müssen. Gestützt auf jahrelange Erfahrung im Luxus-Wiederverkauf, bei Vorverkaufsprojekten, in der Maklerführung und im sich schnell verändernden Kondomarkt Torontos glaubt Kam, dass die größte Herausforderung für heutige Käufer nicht der Mangel an Gelegenheiten, sondern der Mangel an Vorbereitung ist.
„Menschen verbringen Wochen damit, Arbeitsplatten und Farben auszuwählen“, sagt Kam. „Ich bitte sie immer, genauso viel Zeit damit zu verbringen, darüber nachzudenken, wie sie in fünf Jahren tatsächlich in der Wohnung leben werden.“ Die Wohnlandschaft Torontos hat sich im letzten Jahrzehnt dramatisch verändert. Eigentumswohnungen machen mittlerweile über 70 % des neuen Wohnungsbaus in der Stadt aus, so Daten der Wohnungswirtschaft. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung Torontos weiter, was eine anhaltende Nachfrage nach gut gestalteten städtischen Wohnungen schafft.
Kam sagt, diese Veränderungen erfordern ein Umdenken der Käufer. „Jahrelang betrachteten viele Menschen Eigentumswohnungen als vorübergehende Heime“, erklärt sie. „Jetzt sind sie Orte, an denen Menschen Karrieren aufbauen, Kinder großziehen und einen viel größeren Teil ihres Lebens verbringen. Das ändert jede Entscheidung, die Sie treffen.“ Sie erinnert sich an einen Kunden, der ursprünglich die größte Einheit wollte, die er sich leisten konnte. „Nachdem wir über seinen Tagesablauf gesprochen hatten, wurde ihm klar, dass er mehr davon hätte, in der Nähe öffentlicher Verkehrsmittel zu wohnen, als ein zusätzliches Zimmer zu haben, das er selten nutzen würde“, sagt Kam. „Sein Arbeitsweg verkürzte sich um fast eine Stunde pro Tag. Diese Entscheidung gab ihm jede Woche Zeit zurück.“
Kam glaubt, dass diese Art von langfristigem Denken für jeden, der heute in den Immobilienmarkt einsteigt, Standard werden sollte. Die Forschung zeigt weiterhin, warum Stadtplanung und durchdachte Wohnentscheidungen wichtig sind. Über 80 % der Kanadier leben mittlerweile in städtischen Gebieten, so Statistics Canada. Toronto bleibt eine der am schnellsten wachsenden Metropolregionen Nordamerikas, während der Bau von Eigentumswohnungen weiterhin die Mehrheit der neuen Wohnungen in der Stadt liefert.
„Die Diskussion sollte nicht nur um den Kauf von Immobilien gehen“, sagt Kam. „Es sollte darum gehen, ein Leben aufzubauen, das jeden Tag funktioniert.“ Sie ermutigt Käufer auch, mehr auf die Bauqualität zu achten, anstatt sich nur auf die Ausstattung zu konzentrieren. „Ich habe erlebt, wie Käufer sich in eine Musterküche verliebt haben“, sagt sie. „Dann haben wir uns die finanzielle Gesundheit und die Wartungsgeschichte des Gebäudes angesehen, und plötzlich wurde ihnen klar, dass diese Details sie noch lange nach der Aufregung des Einzugstages betreffen würden.“
Kam sagt, dass eine stärkere Verbraucherbildung das Vertrauen verbessern und kostspielige Überraschungen reduzieren kann. „Wenn die Leute Rücklagen, Wartungsgebühren, Nachbarschaftsplanung und Gebäudemanagement verstehen, stellen sie bessere Fragen“, sagt sie. „Bessere Fragen führen in der Regel zu besseren Entscheidungen.“ Sie ermutigt potenzielle Käufer, einfache Schritte zu unternehmen: eine Nachbarschaft zu verschiedenen Tageszeiten besuchen, die Rücklagen und Wartungsgeschichte eines Gebäudes prüfen, darüber nachdenken, wie sich der Lebensstil in fünf bis zehn Jahren ändern könnte, den Grundriss vor kosmetischen Verbesserungen priorisieren und sich über zukünftige Verkehrsprojekte und Nachbarschaftsentwicklungspläne informieren.
„Kleine Entscheidungen von heute prägen das tägliche Leben für Jahre“, sagt Kam. „Vorbereitung beseitigt keine Unsicherheit, aber sie gibt einem Selbstvertrauen.“ Kam hofft, dass mehr Menschen den Hauskauf eher als langfristige Lebensentscheidung denn als bloße Transaktion betrachten.
