Ein neues internationales Expertenkonsensdokument, die „Zweite Universelle Definition der Herzinsuffizienz“, wurde veröffentlicht, um die Identifizierung und Klassifizierung von Herzinsuffizienz zu verfeinern und zu aktualisieren, mit dem Ziel, Prävention, Diagnose und Behandlung weltweit zu verbessern. Schätzungen globaler Gesundheitsdaten zufolge leiden derzeit mehr als 64 Millionen Erwachsene weltweit an Herzinsuffizienz, und ihre Prävalenz steigt weiter an, bedingt durch alternde Bevölkerungen und zunehmende Raten von Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck.
Das Konsensdokument wurde von führenden kardiovaskulären Organisationen entwickelt, darunter die American Heart Association, das American College of Cardiology, die European Society of Cardiology und die World Heart Federation, in Zusammenarbeit mit der Heart Failure Society of America, der Heart Failure Association der European Society of Cardiology und der Japanese Heart Failure Society. Es bestätigt und aktualisiert die erste universelle Definition der Herzinsuffizienz aus dem Jahr 2021 und wurde gleichzeitig in den Zeitschriften Circulation (American Heart Association), JACC (American College of Cardiology), dem European Heart Journal (European Society of Cardiology) und Global Heart (World Heart Federation) veröffentlicht.
Das aktualisierte Rahmenwerk führt mehrere wichtige Änderungen ein. Es bietet eine universelle Klassifikation der Ursachen von Herzinsuffizienz, die Klinikern hilft, zugrunde liegende Erkrankungen zu identifizieren und eine gezielte Behandlung über die Standardtherapie hinaus zu führen. Es löst sich von starren Messschwellen für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) und berücksichtigt stattdessen Unterschiede nach Geschlecht, Alter und ethnischer Zugehörigkeit und bietet klinisch umsetzbare Kategorien: reduzierte, erhaltene und verbesserte Ejektionsfraktion. Die Definition legt einen größeren Fokus auf frühe Krankheitsstadien und betont die Identifizierung von Personen mit Risiko oder in frühen Stadien, bevor Symptome auftreten, um Prävention und frühzeitiges Eingreifen zu unterstützen. Sie erkennt an, dass Herzinsuffizienz dynamisch ist und sich verbessern, in Remission gehen oder fortschreiten kann, anstatt eine feste Diagnose zu sein. Darüber hinaus wird hervorgehoben, wie der Zugang zur Versorgung, soziale Gesundheitsfaktoren und die geografische Lage das Risiko und die Ergebnisse der Herzinsuffizienz beeinflussen.
„Herzinsuffizienz bleibt eine große Herausforderung, die weltweit weiter zunimmt, und Inkonsistenzen in ihrer Definition haben den Fortschritt in Forschung und Behandlung eingeschränkt“, sagte Mary Norine Walsh, M.D., Co-Vorsitzende des Konsensdokuments für die American Heart Association und das American College of Cardiology, medizinische Direktorin des Herzinsuffizienzprogramms am Ascension St. Vincent Heart Center und medizinische Direktorin des Ascension St. Vincent Cardiovascular Research Institute, beide in Indianapolis. „Diese aktualisierte Definition bietet einen klareren, konsistenteren Rahmen, der Klinikern hilft, Risiken früher zu erkennen und personalisiertere Behandlungsansätze zu führen, die dazu beitragen können, die Behandlungsergebnisse für Patienten weltweit zu verbessern.“
Das Konsensdokument wird die Grundlage für die bevorstehende Herzinsuffizienz-Leitlinie der American Heart Association und des American College of Cardiology bilden, die voraussichtlich Ende 2027 veröffentlicht wird. Die Auswirkungen dieser Aktualisierung sind erheblich: Durch die Standardisierung der Terminologie und die Betonung der Früherkennung und individualisierten Versorgung zielt die neue Definition darauf ab, die Behandlungsergebnisse zu verbessern, die Forschung zu erleichtern und die Gesundheitspolitik weltweit zu leiten. Sie erkennt auch geografische Unterschiede im Risiko und den Ergebnissen der Herzinsuffizienz an, was zu maßgeschneiderten Interventionen für verschiedene Bevölkerungsgruppen führen kann.
