Darmmikrobiom als entscheidender Faktor für das Fortschreiten der Gallengangsatresie identifiziert, so eine Übersichtsarbeit

Darmmikrobiom als entscheidender Faktor für das Fortschreiten der Gallengangsatresie identifiziert, so eine Übersichtsarbeit

Eine umfassende Übersichtsarbeit neuer Erkenntnisse weist auf das Darmmikrobiom als kritischen Faktor für das Fortschreiten der Gallengangsatresie (BA) hin, der häufigsten Ursache für Lebertransplantationen bei Kindern. Die im World Journal of Pediatric Surgery veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass Säuglinge mit BA ein auffallend unausgeglichenes mikrobielles Ökosystem im Darm aufweisen, das durch ein übermäßiges Wachstum schädlicher Bakterien und einen starken Mangel an nützlichen Mikroben wie Bifidobacterium gekennzeichnet ist. Diese mikrobiellen Störungen sind bereits vor der korrigierenden Operation vorhanden und stehen in starkem Zusammenhang mit schlechteren Ergebnissen, einschließlich eines Ausbleibens der Gelbsucht-Beseitigung und eines schnelleren Krankheitsverlaufs.

Die Gallengangsatresie ist eine fortschreitende fibro-obliterative Erkrankung der Gallengänge, von der weltweit etwa eines von 10.000 bis 15.000 Neugeborenen betroffen ist. Die Kasai-Portoenterostomie, der chirurgische Standardeingriff, versucht, den Gallenfluss wiederherzustellen, indem die Leber direkt mit dem Dünndarm verbunden wird. Allerdings erreichen nur etwa 60 % der Säuglinge einen ausreichenden Gallenfluss, und selbst bei denen, bei denen dies gelingt, bleibt die Leberschädigung oft bestehen. Trotz jahrzehntelanger Forschung und verschiedener postoperativer Therapien – einschließlich Antibiotika, Gallensäure-Medikamente und Steroide – benötigt die Mehrheit der Patienten bis zum frühen Erwachsenenalter dennoch eine Lebertransplantation.

Das Darmmikrobiom hat sich als wichtiger Akteur bei Lebererkrankungen erwiesen, aber seine Rolle bei Neugeborenen- und Säuglingslebererkrankungen, in einer Zeit, in der sich das mikrobielle Ökosystem noch entwickelt, ist weitgehend unerforscht geblieben. Die von Dr. Vandana Jain durchgeführte und im World Journal of Pediatric Surgery veröffentlichte Übersichtsarbeit fasst die aktuellen Erkenntnisse zum Darmmikrobiom bei BA zusammen. Sie untersucht die mikrobielle Zusammensetzung bei Patienten vor und nach der Kasai-Operation, identifiziert konsistente Muster der Dysbiose und erforscht, wie diese mikrobiellen Störungen durch Mechanismen des Gallensäurestoffwechsels, der bakteriellen Translokation und der Immunmodulation zum Fortschreiten der Krankheit beitragen könnten.

Die Übersichtsarbeit zeigt ein bemerkenswert konsistentes mikrobielles Signatur bei BA in mehreren Studien. Vor der Operation zeigen Säuglinge mit BA eine ausgeprägte Verschiebung der mikrobiellen Zusammensetzung im Vergleich zu gesunden Babys – mit Pathobionten wie Streptococcus, Enterococcus, Veillonella, Klebsiella und Clostridium, die die Oberhand gewinnen, während nützliche Kommensale wie Bifidobacterium, Faecalibacterium und Blautia stark reduziert sind. Dieses Muster bleibt bestehen und verschlechtert sich sogar nach der Kasai-Operation, was nicht nur auf die anhaltende Cholestase zurückzuführen ist, sondern auch auf klinische Praktiken wie reduzierte Stillraten und den routinemäßigen Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika zur Prophylaxe, von denen bekannt ist, dass sie nützliche Bakterien unterdrücken.

Entscheidend ist, dass die Verarmung an Bifidobacterium mit einer schlechteren Gelbsucht-Beseitigung, erhöhter Leberfibrose und einem höheren Risiko für eine postoperative Cholangitis verbunden wurde – einer schwerwiegenden und häufigen Komplikation, die die Leber weiter schädigt. Die Übersichtsarbeit hebt auch neue Erkenntnisse hervor, dass mikrobielle Metaboliten, insbesondere kurzkettige Fettsäuren wie Acetat und Butyrat, schützende Rollen spielen könnten, wobei Butyrat in experimentellen Modellen potenzielle antifibrotische Wirkungen zeigt. Störungen im Gallensäurestoffwechsel, die durch Darmbakterien über Enzyme wie Gallensalzhydrolase verursacht werden, verschlimmern das Problem zusätzlich und erzeugen einen Teufelskreis aus Leberschädigung und mikrobieller Dysbalance.

Die Ergebnisse eröffnen neue therapeutische Ansätze für BA, bei dem die Behandlungsmöglichkeiten seit Jahrzehnten begrenzt sind. Mikrobiom-modulierende Strategien – einschließlich Probiotika, Präbiotika und möglicherweise fäkaler Mikrobiota-Transplantation – haben bei Lebererkrankungen Erwachsener vielversprechende Ergebnisse gezeigt und könnten für Säuglinge angepasst werden. Frühe Studien mit Lactobacillus rhamnosus GG haben gemischte Ergebnisse erbracht, was darauf hindeutet, dass die Stammauswahl, der Zeitpunkt und Kombinationsansätze entscheidend sein werden. Die Übersichtsarbeit fordert auch eine Neubewertung der aktuellen klinischen Praktiken, wie den weit verbreiteten Einsatz von prophylaktischen Antibiotika unmittelbar nach der Kasai-Operation, die unbeabsichtigt das sich entwickelnde Mikrobiom stören könnten. Durch die Integration der Mikrobiom-Wissenschaft in die klinische Versorgung hoffen Forscher, das Überleben der natives Leber zu verbessern und die Notwendigkeit einer Lebertransplantation bei diesen gefährdeten Säuglingen zu verringern.

Das Redaktionsteam Burstable.News

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