Das Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) hat seinen Exportvertrauensindex für das erste Quartal 2026 veröffentlicht, der eine vorsichtigere Haltung unter Hongkonger Exporteuren im ersten Quartal 2026 offenbart. Diese Dämpfung erfolgt trotz starker Exportleistung in den letzten Monaten und spiegelt Bedenken hinsichtlich anhaltender globaler Handels- und Wirtschaftsunsicherheiten wider. Der Index für die aktuelle Leistung lag bei 46,5, während der Erwartungsindex 46,9 verzeichnete – beide zeigen moderate Rückgänge gegenüber früheren Werten.
Bruce Pang, HKTDC-Forschungsdirektor, wies darauf hin, dass die Aussichten für viele wichtige Märkte Hongkongs, einschließlich des ASEAN-Blocks und des chinesischen Festlands, sich aufgrund geopolitischer Entwicklungen abgeschwächt haben. „Hongkongs Handelsaussichten sollten positiv bleiben, aber vorsichtig, bis sich die globalen geopolitischen Konflikte weiter entspannen“, erklärte Pang. Die vollständigen Forschungsergebnisse sind im HKTDC Exportvertrauensindex-Bericht für das erste Quartal 2026 verfügbar.
Trotz der allgemeinen Abschwächung zeigten mehrere Schlüsselsektoren bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Der Schmucksektor erholte sich beeindruckend, wobei sein aktueller Wert auf 57,1 stieg und sein Erwartungswert auf 56,0 kletterte, gestützt durch robuste Verkäufe und umfangreiche Neuaufträge. Auch der Bekleidungssektor verzeichnete eine deutliche Verbesserung, wobei sein aktueller Index auf 52,1 und sein Erwartungsindex auf 53,4 stiegen. Im Gegensatz dazu schwächte sich die Stimmung unter Elektronikexporteuren ab, mit einem aktuellen Wert von 44,9 und einem Erwartungswert von 45,6, was auf Störungen während der chinesischen Neujahrsperiode hindeutet.
Die Handelswerterwartungen blieben relativ stabil, wobei der Handelswert-Subindex nahe der neutralen Schwelle verharrte. Der aktuelle Wert lag bei 50,9 und der Erwartungswert bei 49,1, was darauf hindeutet, dass die Stückpreise in den kommenden Monaten stabil bleiben dürften. Sowohl der aktuelle als auch der erwartete Lagerbestands-Subindex stiegen über 60, was einen Lagerabbau bei wachsenden Sendungen in den ersten Monaten des Jahres anzeigt. Die Kostendrucke zeigten Anzeichen einer Stabilisierung, wobei der Kosten-Subindex sich trotz Verbleibs im negativen Bereich deutlich verbesserte.
Eine thematische Bewertung des grenzüberschreitenden E-Commerce-Geschäfts Hongkonger Exporteure zeigte ein erhebliches Engagement in diesem wachsenden Vertriebskanal. Die Ergebnisse ergaben, dass 46 % der Befragten bereits im grenzüberschreitenden E-Commerce tätig waren, während weitere 20 % planen, innerhalb des kommenden Jahres in den Sektor einzusteigen. Unter den bereits im grenzüberschreitenden E-Commerce engagierten Unternehmen rangierte das chinesische Festland mit 24 % als führendes E-Commerce-Verkaufsziel, gefolgt von der EU27 & UK mit 17 % und Kanada & USA mit 15 %. Der ASEAN-Block mit 14 % etablierte sich weiterhin als vielversprechender Markt mit beachtlichem Wachstumspotenzial.
Kenneth Lee, HKTDC-Abteilungsleiter für Sonderprojekte und Unternehmensberatung, betonte die strategische Bedeutung von Marktdiversifizierung und E-Commerce-Nutzung. „Marktdiversifizierung bleibt eine Schlüsselstrategie für Hongkonger Händler, um Risiken zu mindern. Gleichzeitig nutzen mehr Unternehmen E-Commerce-Kanäle, um Verkäufe zu steigern und die Geschäftsnachhaltigkeit in einer unsicheren externen Umgebung zu verbessern“, sagte Lee. Zusätzliche Forschungsressourcen finden sich auf der HKTDC-Forschungswebsite.
Die Umfrageerhebung wurde im Januar und Februar 2026 durchgeführt, sodass die Auswirkungen jüngster Konflikte im Nahen Osten nicht in die Ergebnisse einflossen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hongkonger Exporteure zwar Gegenwind durch globale Unsicherheiten erfahren, strategische Anpassungen durch sektorale Fokussierung und digitale Kanalerweiterung jedoch helfen können, die herausfordernde Handelslandschaft zu bewältigen. Die gemäßigte Stimmung spiegelt sowohl unmittelbare Vorsicht als auch langfristige Widerstandsfähigkeit der Grundnachfrage wider, insbesondere bei Elektronik und anderen Konsumgütersektoren.

