Das Europäische Patentamt hat BRAIN Biotech ein Stoffpatent für seine CRISPR-BMC-Nuklease-Technologie erteilt, was einen bedeutenden Fortschritt bei Genom-Editing-Werkzeugen für industrielle Anwendungen darstellt. Die Patentnummer EP4301852 B1 umfasst eine neuartige Familie von CRISPR-Nukleasen namens BMC® (BRAIN Metagenome Cas), die in verschiedenen prokaryotischen und eukaryotischen Organismen eine hohe Aktivität aufweisen. Diese Technologie ermöglicht effiziente Doppelstrangbrüche an spezifischen genomischen Stellen, was gezielte Modifikationen der Organismeneigenschaften erlaubt.
Die BMC®-Technologie kann sowohl Prokaryoten als auch Eukaryoten präzise editieren, einschließlich Bakterien, Hefen, Pilzen, Pflanzen und Säugetierzellen. Dies stellt ein weiteres proprietäres CRISPR-System dar, das von BRAIN Biotech neben seinen BEC®-Nukleasen entwickelt wurde. Das Unternehmen wendet diese Technologie speziell an, um mikrobielle Produktionsstämme wie E. coli, Bacillus, Pichia und Aspergillus für die Herstellung von Biomolekülen wie Enzymen, Proteinen und kleinen Molekülen zu optimieren.
Die Patenterteilung verschafft BRAIN Biotech die Freiheit, diese proprietäre Technologie für interne Forschung und Kundenprojekte zu nutzen und eröffnet gleichzeitig erhebliches kommerzielles Potenzial durch Lizenzvereinbarungen. Das Unternehmen hat bereits Technologielizenzen an Unternehmen in verschiedenen Branchen vergeben und plant, diese Lizenzaktivitäten auszuweiten. Das Patent ist seit dem 18. März 2026 in allen europäischen Einheitspatentländern, Großbritannien und der Schweiz in Kraft, während Anträge in anderen wichtigen Regionen wie den USA und Japan noch anhängig sind.
Adriaan Moelker, CEO von BRAIN Biotech, erklärte, dass der Patentschutz es ihrer Technologie ermöglicht, Herstellungsprozesse mit Mikroorganismen kosteneffizienter zu gestalten. Das Unternehmen bietet ein Geschäftsmodell an, das in einem breiten Anwendungsspektrum einsetzbar ist. Moelker merkte an, dass die CRISPR-BMC-Nukleasen ein weiteres innovatives Genom-Editing-Werkzeug darstellen, das aus dem BRAINBioIncubator hervorgegangen ist und die bereits patentierten CRISPR-BEC-Nukleasen ergänzt.
Alexander Pelzer, Leiter Forschung und Entwicklung bei BRAIN Biotech Zwingenberg, erläuterte, dass CRISPR-BMC durch seine Geschwindigkeit und Präzision die Entwicklung von Produktionsorganismen und Stammentwicklungen für Kunden beschleunigt. Das Unternehmen nutzt jahrzehntelange Erfahrung in Molekularbiologie und Mikrobiologie, um eine zuverlässige Etablierung der Technologie in verschiedenen Organismen sicherzustellen.
Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf zahlreiche Branchen, die auf biologische Produktionssysteme angewiesen sind. Die Fähigkeit, verschiedene Organismen effizient zu editieren, könnte zu nachhaltigeren Herstellungsprozessen, verbesserten Ausbeuten biologischer Produkte und reduzierten Produktionskosten in Bereichen wie Pharmazie, Landwirtschaft und industrieller Biotechnologie führen. Die durch dieses Patent geschaffenen Lizenzierungsmöglichkeiten könnten eine breitere Anwendung fortschrittlicher Genom-Editing-Technologien in kommerziellen Anwendungen erleichtern.
BRAIN Biotech strebt weiterhin Patentschutz für zusätzliche Nukleasen innerhalb der BMC®-Familie durch ausgewählte Erfindungen an. Das Unternehmen betreibt Fermentationsanlagen im Vereinigten Königreich mit weiteren Produktionsstandorten in Kontinentaleuropa und den USA. Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Unternehmens sind unter https://www.brain-biotech-group.com verfügbar.

