Ersatz von sitzender Zeit durch körperliche Aktivität oder Schlaf könnte Typ-2-Diabetes-Risiko bei Jugendlichen verringern

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Ersatz von sitzender Zeit durch körperliche Aktivität oder Schlaf könnte Typ-2-Diabetes-Risiko bei Jugendlichen verringern

Jugendliche, die täglich nur 30 Minuten sitzende Tätigkeiten durch moderate bis intensive körperliche Aktivität oder Schlaf ersetzen, könnten ihre Insulinresistenz senken – einen Schlüsselfaktor zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes. Dies geht aus vorläufigen Forschungsergebnissen hervor, die auf den EPI|Lifestyle Scientific Sessions 2026 der American Heart Association präsentiert wurden. Die auf einer Analyse von Gesundheitsdaten aus Project Viva basierenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass öffentliche Gesundheitsinitiativen, die körperliche Aktivität oder Schlaf gegenüber sitzenden Tätigkeiten fördern, zur Erhaltung der kardiometabolischen Gesundheit von US-amerikanischen Teenagern beitragen könnten.

Die Studie untersuchte Gesundheitsdaten von 802 Teilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 12,9 Jahren, die 7-10 aufeinanderfolgende Tage Beschleunigungsmesser am Handgelenk trugen und Schlaftagebücher führten. Die Forscher fanden heraus, dass fast die Hälfte eines typischen Jugendlichentags – 48% oder 11,5 Stunden – mit sitzenden Tätigkeiten wie Unterrichtssitzen, Hausaufgaben, Pendeln oder Bildschirmnutzung verbracht wurde. Im Gegensatz dazu wurden nur 2% der täglichen Zeit für moderate bis intensive körperliche Aktivitäten wie Laufen, Schwimmen oder Basketballspielen aufgewendet.

Mithilfe statistischer Modelle schätzten die Forscher die Auswirkungen des Ersatzes von 30 Minuten sitzender Zeit durch andere Aktivitäten auf die Insulinresistenzwerte im späten Jugendalter. Die Ergebnisse zeigten, dass der Ersatz sitzender Zeit durch moderate bis intensive körperliche Aktivität den HOMA-IR-Score (Homeostatic Model Assessment for Insulin Resistance) um fast 15% senken könnte. Der Austausch sitzender Zeit gegen Schlaf war mit einer fast 5%igen Reduktion der Insulinresistenz verbunden. Die Verlagerung sitzender Zeit zu leichter körperlicher Aktivität zeigte hingegen keine signifikante Veränderung.

„Ich war angenehm überrascht von der Stärke des Zusammenhangs beim Ersatz von 30 Minuten sitzender Zeit durch moderate bis intensive körperliche Aktivität – eine 15% geringere Insulinresistenz ist eine ziemlich große Veränderung“, sagte Soren Harnois-Leblanc, Ph.D., R.D., Hauptautor der Studie. „Unsere Ergebnisse bedeuten, dass der Wechsel von sitzenden Verhaltensweisen zu moderater bis intensiver körperlicher Aktivität oder Schlaf, selbst wenn es zunächst nur wenige Minuten pro Tag sind, gesundheitlich vorteilhaft war.“

Die Life's Essential 8-Metriken der American Heart Association für optimale kardiovaskuläre Gesundheit umfassen Strategien zur Integration eines gesunden Lebensstils in den Alltag. Beispielsweise können das Dimmen von Licht vor dem Schlafengehen, die Einrichtung einer abendlichen Routine ohne elektronische Geräte und das Stellen von Telefonen auf „Nicht stören“ die Schlafqualität und -quantität verbessern. Die Integration körperlicher Aktivitäten in soziale Zeit kann Bewegung attraktiver als sitzende Tätigkeiten machen. Weitere Informationen zu diesen Empfehlungen finden Sie unter https://www.heart.org/en/healthy-living/fitness/fitness-basics/aha-recs-for-physical-activity-in-adults.

Während die Studie keinen Zusammenhang zwischen leichter körperlicher Aktivität und geringerer Insulinresistenz feststellte, merkten die Forscher an, dass mehr Zeit für leichte körperliche Aktivität möglicherweise zur Vorbeugung kardiometabolischer Erkrankungen bei Erwachsenen vorteilhaft sein könnte. „Leichte körperliche Aktivität ist ein interessantes Ziel, da sie wahrscheinlich leichter in den Alltag integriert werden kann“, fügte Harnois-Leblanc hinzu.

Die Forschung weist Einschränkungen auf, darunter, dass Insulinresistenzdaten im späten Jugendalter nur für 49% der Teilnehmer verfügbar waren, bei denen zuvor Beschleunigungsmesserdaten erhoben wurden. Zudem kann die Analyse keine Kausalität zwischen täglichen Aktivitäten und Insulinresistenz beweisen. Die Studie gilt als vorläufig, bis sie als vollständiges Manuskript in einer peer-reviewten wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wird.

„Diese Studie zeigt, dass junge Jugendliche einen Großteil ihres Tages sitzend verbringen und nur wenig Zeit körperlich aktiv sind“, sagte Kershaw Patel, M.D., Freiwilliger der American Heart Association. „Interessanterweise zeigten Jugendliche, die früher in der Adoleszenz mehr moderate bis intensive körperliche Aktivität hatten, später Anzeichen einer geringeren Insulinresistenz. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Aktivität im frühen Leben einen echten Unterschied für die langfristige Gesundheit machen kann.“

Die Implikationen dieser Forschung gehen über individuelle Gesundheitsergebnisse hinaus und erstrecken sich auf breitere öffentliche Gesundheitsstrategien. Da Typ-2-Diabetes ein wachsendes Gesundheitsproblem darstellt, insbesondere bei jüngeren Bevölkerungsgruppen, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass relativ kleine, erreichbare Veränderungen im täglichen Verhalten signifikante Schutzeffekte haben könnten. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Schaffung von Umgebungen und Richtlinien, die es Jugendlichen erleichtern, sitzende Zeit durch aktivere oder erholsamere Verhaltensweisen zu ersetzen, was möglicherweise die zukünftige Belastung durch Stoffwechselerkrankungen verringern könnte.

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Das Redaktionsteam Burstable.News

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