Die Homann Holzwerkstoffe GmbH veröffentlichte ihren Zwischenkonzernbericht für die zweite Hälfte 2025, der eine Phase des strategischen Übergangs mit Umsatzwachstum, operativen Herausforderungen in einer neuen Produktionsstätte und Unternehmensumstrukturierung offenbarte. Das Unternehmen, ein führender europäischer Anbieter von veredelten Holzfaserplatten für die Möbel-, Türen- und Beschichtungsindustrie, meldete Konzernumsätze von 188,1 Millionen Euro für den Zeitraum, was einem Anstieg von 2,5 % gegenüber den 183,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum entspricht. Dieses Wachstum wurde hauptsächlich auf höhere Absatzmengen zurückgeführt, während die Preise in seinen Märkten weitgehend stabil blieben.
Die Ertragslage war komplexer. Das um Wechselkurseffekte bereinigte EBITDA sank auf 16,1 Millionen Euro von 27,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die bereinigte EBITDA-Marge auf Basis der Gesamtleistung fiel von 15,5 % auf 8,2 %. Das Management führte diesen deutlichen Rückgang auf erhebliche Anlaufverluste im neuen Werk des Unternehmens in Pagiriai, Litauen, zurück, das sich derzeit in der geplanten Anlaufphase befindet. Ohne den Einfluss dieser litauischen Anlaufverluste betrug das bereinigte EBITDA der bestehenden Werke des Konzerns 27,2 Millionen Euro, ein Rückgang gegenüber 30,8 Millionen Euro in der zweiten Hälfte 2024. Dieser verbleibende Rückgang wurde durch ein höheres Materialkostenverhältnis und gestiegene sonstige Betriebsausgaben verursacht. Infolgedessen ergab sich für das Halbjahr ein Konzernverlust von 10,1 Millionen Euro, verglichen mit einem Gewinn von 6,3 Millionen Euro im Vorjahr. Bereinigt um die litauischen Anlaufverluste hätte das Ergebnis ein Gewinn von 6,7 Millionen Euro betragen.
Fritz Homann, Geschäftsführer der Homann Holzwerkstoffe GmbH, kommentierte die Leistung und stellte fest, dass die bestehenden Werke insgesamt eine stabile Performance zeigten und ihren Ergebnisbeitrag im Vergleich zum ersten Halbjahr leicht verbesserten. Er betonte, dass die Anlaufverluste in Litauen eine erwartete Auswirkung der Anlaufphase seien. Neben den operativen Entwicklungen stärkte das Unternehmen seine finanzielle Basis, indem es die Finanzierung für seine litauischen Aktivitäten bis 2030 verlängerte – ein Schritt, den Homann als Schaffung einer stabilen und zukunftsorientierten Finanzierungsstruktur beschrieb. Das Eigenkapital des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 186,3 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 30,0 % entspricht.
In einer bedeutenden Unternehmensentwicklung schloss Homann Holzwerkstoffe am 3. November 2025 eine Vergleichsvereinbarung bezüglich seines Joint Ventures Global MDF Industries B.V. in Ägypten ab. Im Rahmen dieser Vereinbarung verkaufte das Unternehmen seine Anteile an den Joint-Venture-Partner zurück und beendete anhängige Schiedsverfahren, wodurch seine Beteiligung am ägyptischen Markt effektiv beendet wurde. Basierend auf vorläufigen Zahlen bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 und erwartet Umsätze von etwa 383,1 Millionen Euro (leicht über den 369,9 Millionen Euro des Vorjahres) und ein bereinigtes EBITDA von 38,2 Millionen Euro (gegenüber 56,3 Millionen Euro in 2024, wie zuvor erwartet). Der Zwischenkonzernbericht für die zweite Hälfte 2025 ist hier einsehbar.
Der Bericht unterstreicht die doppelte Erzählung von stabiler Kerngeschäftsperformance und der kurzfristigen finanziellen Belastung durch strategische Expansion. Für die Holzwerkstoffindustrie verdeutlicht Homanns Erfahrung die kapitalintensive Natur des Ausbaus von Produktionskapazitäten und die typische Ertragsvolatilität während der Inbetriebnahme von Werken. Die Beendigung des ägyptischen Joint Ventures spiegelt zudem eine strategische Rückbesinnung auf die europäischen Kernaktivitäten wider. Für Investoren und Marktbeobachter sind die wichtigsten Erkenntnisse die zugrundeliegende Stabilität der etablierten Werke, die geplante Natur der litauischen Anlaufkosten und die proaktiven Schritte zur Sicherung langfristiger Finanzierung, die künftige finanzielle Risiken mindern können. Die Fähigkeit des Unternehmens, diese Übergangsphase zu bewältigen und gleichzeitig das Umsatzwachstum aufrechtzuerhalten, wird für seine Wettbewerbsposition auf dem europäischen Faserplattenmarkt entscheidend sein.

