Die Etikettierung von Personen in psychotherapeutischen Settings kann erhebliche negative Folgen haben, so die Psychologin und Autorin Dr. Kixx Goldman. Während die Kategorisierung von Informationen eine praktische kognitive Funktion erfüllt, können Etiketten wie "paranoid" oder "bipolar" bei Klienten zu Stigmatisierung, Stereotypisierung und Vereinfachung komplexer menschlicher Erfahrungen führen. Goldman vertritt die Ansicht, dass diese Praxis zu ungenauen Diagnosen und unwirksamen Behandlungsplänen führen kann, die individuelle Nuancen übersehen.
In einem Artikel auf ihrer Website veranschaulicht Goldman diese Perspektive anhand einer Fallstudie mit einem ehemaligen Klienten namens Frank. Frank suchte wegen Beziehungskonflikten eine Therapie auf, berichtete aber bald, dass er sich bei der Arbeit überwacht fühle und glaube, Kollegen würden ihn ausspionieren und seine Sachen durchsuchen. Ein standardmäßiger psychiatrischer Ansatz hätte Frank möglicherweise als paranoid mit Wahnvorstellungen etikettiert, was zu Medikation oder Krankenhausaufenthalten hätte führen können. Goldman lehnte diese diagnostische Etikettierung jedoch ab. Als in der Familientherapie ausgebildete Expertin betrachtete sie Franks Ängste als Schutzmechanismus, der ihm half, schmerzhafte Beziehungsprobleme zu vermeiden. Ihr mitfühlender Ansatz konzentrierte sich auf Franks Stärken und schlug vor, dass er, wenn er sein Symptom als nützlich betrachten könnte, zugrundeliegende Gefühle leichter akzeptieren und seine Kernprobleme angehen könnte.
Goldman betont, dass echte therapeutische Veränderung erfordert, dass Klienten ihre gegenwärtige Situation akzeptieren oder annehmen. Sie plädiert für Ansätze, die Klienten zeigen, wie ihre Symptome Schutzfunktionen erfüllen könnten, insbesondere für Personen, die Offenheit, Selbstreflexion und Bereitschaft zeigen, neue Ideen anzunehmen. Diese Perspektive stellt konventionelle diagnostische Praktiken infrage, die Klienten pathologisieren und Veränderung erschweren können, indem sie in Stein gemeißelte Identitäten schaffen.
Die Psychologin untersucht diese Themen in ihrem Buch 'Sprich von Herzen und werde gehört: Geschichten von Mut und Heilung', das acht fiktionale Geschichten aus ihren beruflichen und persönlichen Erfahrungen enthält. Die Sammlung zeigt, wie Figuren schwierige Erfahrungen transformieren, indem sie ihre Wahrheit aussprechen und ihre Kraft zurückgewinnen. Die E-Book-Version wird am 18. März 2026 kostenlos auf Amazon verfügbar sein. Rezensentin Leslie S. Greenberg bemerkte, das Buch zeige, wie Figuren "schwierige Lebensgeschichten in konstruktive Endnarrative verwandeln", während Leserin Liz Moulden feststellte, die Geschichten böten Trauma-Überlebenden "eine zweite Chance und eine Stimme".
Goldmans Arbeit hat Auswirkungen auf psychische Gesundheitsexperten, Klienten und darauf, wie die Gesellschaft psychische Belastungen versteht. Indem sie diagnostische Etikettierung infrage stellt, plädiert sie für differenziertere, individualisierte Ansätze, die Symptome als bedeutungsvolle Kommunikation anerkennen und nicht bloß als Pathologie. Diese Perspektive könnte therapeutische Praktiken beeinflussen, um Stigmatisierung zu reduzieren und Behandlungsergebnisse zu verbessern. Zusätzliche Ressourcen zu diesen Themen sind auf Goldmans Website unter https://drkixxgoldman.com und ihrem Blog verfügbar, der Psychologie, zwischenmenschliche Beziehungen und verwandte Themen behandelt.

