Eine in Hypertension, einer Zeitschrift der American Heart Association, veröffentlichte Studie hat herausgefunden, dass Frauen, die während ihrer ersten Schwangerschaft Komplikationen erleben, 2 bis 7 Jahre nach der Entbindung anhaltend höhere Stresslevel aufweisen, was mit erhöhtem Blutdruck und einem gesteigerten Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko verbunden ist. Die Forschung analysierte Daten von 3.322 Erstgebärenden und stellte fest, dass Frauen mit ungünstigen Schwangerschaftsverläufen möglicherweise anfälliger für die negativen Auswirkungen von Stress auf die Herzgesundheit sind.
Laut Hauptautorin Virginia Nuckols, Ph.D., einer Postdoktorandin an der University of Delaware, waren höhere Stresslevel über die Zeit mit einem um 2 mm Hg höheren Blutdruck bei Frauen verbunden, die Schwangerschaftskomplikationen erlebt hatten, verglichen mit Frauen mit niedrigen Stresswerten. Dieser Zusammenhang wurde bei Frauen, die keine ungünstigen Schwangerschaftsverläufe hatten, nicht beobachtet. Die Blutdruckunterschiede zeigten sich bereits bei jungen Frauen mit einem Durchschnittsalter von nur 25 Jahren, was darauf hindeutet, dass frühe Interventionen entscheidend sein könnten.
Die Studie untersuchte Frauen, die ungünstige Schwangerschaftsverläufe erlebten, darunter Präeklampsie, Frühgeburt, ein für das Gestationsalter zu kleines Baby oder Totgeburt. Die Forscher maßen die Stresslevel der Teilnehmerinnen mithilfe der Perceived Stress Scale während des ersten und dritten Trimesters sowie erneut 2-7 Jahre nach der Entbindung. Frauen, die moderate bis hohe Stresslevel angaben, waren tendenziell jünger, hatten einen höheren Body-Mass-Index und einen niedrigeren Bildungsabschluss.
Die 2025-Richtlinie der American Heart Association zur Prävention, Erkennung, Bewertung und Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen betont, dass Bluthochdruck während der Schwangerschaft langfristige Auswirkungen auf die mütterliche Gesundheit haben kann, einschließlich eines erhöhten Risikos für Schlaganfall, Nierenprobleme und andere Herz-Kreislauf-Komplikationen. Die aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass die Bewertung und Behandlung von Stress eine wichtige zusätzliche Strategie zur Verringerung des langfristigen Herz-Kreislauf-Risikos in dieser Bevölkerungsgruppe sein könnte.
„Diese Studie unterstreicht die starke Verbindung zwischen Geist und Herz und betont die Bedeutung von Stressmanagement, insbesondere für diejenigen, die ungünstige Schwangerschaftsverläufe erlebt haben“, sagte Laxmi Mehta, M.D., FAHA, Vorsitzende des Council on Clinical Cardiology der American Heart Association. „Für das klinische Behandlungsteam bekräftigt sie die Notwendigkeit, Stress proaktiv zu bewerten und zu behandeln, als Teil der umfassenden Versorgung, die wir unseren Patientinnen bieten.“
Die Forscher wiesen auf mehrere Einschränkungen hin, darunter, dass die Stresslevel auf den eigenen Wahrnehmungen der Teilnehmerinnen basierten und nicht auf objektiven Messungen, und dass die wahrgenommenen Stresswerte im zweiten Trimester nicht erfasst wurden. Die Studiengruppe umfasste nur Frauen während ihrer ersten Schwangerschaft, und zukünftige Forschung ist nötig, um diese Zusammenhänge vollständiger zu verstehen. Die Autoren schlagen vor, dass künftige Studien untersuchen sollten, warum Frauen mit einer Vorgeschichte ungünstiger Schwangerschaftsverläufe anfälliger für stressbedingte Blutdruckerhöhungen sein könnten, und testen sollten, ob Stressreduktionsmaßnahmen tatsächlich das Herz-Kreislauf-Risiko senken können.
Die Studienteilnehmerinnen wurden an 17 medizinischen Zentren in acht US-Bundesstaaten im Rahmen der Nulliparous Pregnancy Outcomes Study: Monitoring Mothers-to-be (nuMoM2b) rekrutiert, die eine rassisch, ethnisch und geografisch diverse Bevölkerung umfasste. Laut den Autoren identifizierten sich 66 % der Teilnehmerinnen als weiß, 14 % als hispanische Frauen und 11 % als schwarze Frauen.
Obwohl die beobachteten Blutdruckunterschiede mit etwa 2 mm Hg moderat waren, können geringe Blutdruckerhöhungen das Risiko für Herzerkrankungen über die Zeit beeinflussen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Stress bei Frauen zu managen, die ungünstige Schwangerschaftsverläufe hatten, da sie möglicherweise verstärkten Herz-Kreislauf-Risiken ausgesetzt sind, die lange nach der Entbindung anhalten. Die Überwachung des Blutdrucks vor, während und nach der Schwangerschaft bleibt entscheidend, um langfristige Komplikationen zu verhindern und deren Risiken zu verringern.

