Daten von zehntausenden Elektrofahrzeugen zeigen, dass die Batteriepakete wesentlich besser halten, als jeder vorhergesagt hatte, als die ersten modernen Elektroautos auf den Markt kamen. Dieser Befund beantwortet eine bedeutende Sorge, die seit der Markteinführung von E-Autos um 2010 bestand, als veröffentlichte Schätzungen nahelegten, dass Batteriepakete bereits nach sieben Jahren versagen könnten. Da typische amerikanische Autos über ein Jahrzehnt lang genutzt werden und Austauschkosten zwischen fünf- und zwanzigtausend Dollar liegen können, stellte das wahrgenommene Risiko des Batterieverschleißes für viele potenzielle Käufer eine erhebliche Hürde dar.
Forscher verstehen nun, dass der Verschleiß nicht linear abfällt. Recurrent, ein Unternehmen, das Fahrzeugdaten von über 30.000 E-Auto-Besitzern sammelt, beschreibt den Alterungsprozess als S-Kurve. Die Kapazität sinkt zunächst, bleibt während einer längeren Mittelphase stabil und fällt dann gegen Ende der Lebensdauer steil ab. Liz Najman, Leiterin der Marktanalyse bei Recurrent, vergleicht dies mit Schuhleder: Ein neues Paar hält zunächst stand, wird über Jahre regelmäßigen Tragens weicher und verschleißt dann schnell. Gesammelte Beweise zeigen, dass sowohl der anfängliche Rückgang als auch der endgültige Abfall wesentlich günstiger verlaufen als ursprünglich modelliert.
Cox Automotive, ein großer Betreiber von Gebrauchtwagenauktionen landesweit, erwartete einen deutlichen Kapazitätsverlust bei E-Autos, die nach zwei- bis vierjährigen Leasingverträgen zurückkamen. Stattdessen fanden ihre Teams Batteriegesundheitswerte in dieser Altersgruppe durchweg über 95 %. Die Daten von Recurrent erzählen eine ähnliche Geschichte: Fahrzeuge der meisten führenden Hersteller behalten nach drei Jahren im Besitz 95 % oder mehr ihrer Nennreichweite. In einer Stichprobe von fast 80.000 Einheiten lag die durchschnittliche Batteriegesundheit bei Cox bei 92 %.
Bei Fahrzeugen, die alt genug sind, um längerfristige Fragen zu beantworten, ist das Bild ebenso ermutigend. Weniger als eines von elf E-Autos, die älter als zehn Jahre sind, benötigte einen Batterieaustausch, was bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit noch mit der Originalhardware fährt. Hochlaufende Fahrzeuge mit mehr als 150.000 Meilen haben ebenfalls die Erwartungen übertroffen und liefern ohne Batteriearbeiten noch über vier Fünftel der Nennreichweite.
Zwei Faktoren erklären die Kluft zwischen frühen Prognosen und tatsächlichen Ergebnissen. Automobilhersteller investierten stark in Temperaturregelung und Batteriemanagement während der Entwicklung, und diese Systeme haben sich bewährt. Die Stanford-Forscherin Simona Onori nennt eine zweite Erklärung: Standard-Labortests beanspruchen Batterien zwischen extremen Ladezuständen, die wenig mit normalem Fahren zu tun haben. Der tägliche Pendelverkehr ist schonender, mit häufigen teilweisen Ladungsrückgewinnungen bei jedem Abbremsen. Ihre Forschung bestätigt, dass Batterien im normalen Gebrauch wesentlich langsamer verschleißen, als kontrollierte Tests vermuten ließen.
Für Besitzer, die die Langlebigkeit maximieren möchten, empfehlen Experten, sich auf drei Bereiche zu konzentrieren. Vermeiden Sie anhaltende Hitzeeinwirkung durch schattiges oder klimatisiertes Parken, um die Batterie zu schonen. Halten Sie sich im täglichen Gebrauch deutlich über leer und bequem unter vollgeladen (20–80 %), um die Zellen langfristig zu entlasten. Entscheiden Sie sich für normales Laden über Nacht statt Schnellladen, um Ihre Batterie länger in Topform zu halten, da häufige Schnellladungen den Verschleiß von E-Auto-Batterien beschleunigen. Da E-Auto-Hersteller wie Lucid Motors (NASDAQ: LCID) Spitzentechnologien nutzen, werden die Elektrofahrzeuge der Zukunft wahrscheinlich Batterien haben, die möglicherweise länger halten als andere Hauptkomponenten in diesen Fahrzeugen.

