Eine neue Studie, die im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass die Herzinfarkt-Todesfälle bei Erwachsenen unter 55 Jahren zwischen 2011 und 2022 signifikant angestiegen sind, wobei Frauen höhere Sterblichkeitsraten als Männer aufweisen. Die Forschung, die fast 1 Million Krankenhausaufenthalte analysierte, deutet darauf hin, dass eine Verbesserung der Risikobewertung durch die Einbeziehung nicht-traditioneller Faktoren dazu beitragen könnte, diese Todesfälle zu reduzieren, insbesondere bei jüngeren Frauen.
Die Forscher analysierten Gesundheitsdaten aus der National Inpatient Sample, einer national repräsentativen Datenbank, mit Fokus auf Erwachsene im Alter von 18-54 Jahren, die mit einem ersten schweren Herzinfarkt hospitalisiert wurden. Unter 945.977 erstmaligen Krankenhausaufenthalten waren etwa 40 % auf ST-Strecken-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) zurückzuführen, die schwerere Form, die durch einen vollständigen Verschluss der Koronararterie verursacht wird, während über 62 % auf Nicht-STEMI (NSTEMI) entfielen, die durch teilweisen Verschluss entsteht. Die Studie zeigte einen absoluten Anstieg der Krankenhaussterblichkeit bei STEMI-Patienten um 1,2 % während des Studienzeitraums, während die NSTEMI-Sterblichkeitsraten unverändert blieben.
Frauen waren deutlich höheren Risiken ausgesetzt: 3,1 % starben im Krankenhaus an einem erstmaligen STEMI im Vergleich zu 2,6 % der Männer, und 1 % starben an NSTEMI im Vergleich zu weniger als 1 % der Männer. Trotz ähnlicher Raten von Krankenhauskomplikationen erhielten Frauen weniger kardiovaskuläre Verfahren zur Identifizierung und Behandlung der Ursachen ihrer Herzinfarkte. Die Ergebnisse stellen frühere Annahmen in Frage, dass Herzinfarkt-Todesfälle stagnieren oder abnehmen, da frühere Rückgänge offenbar weitgehend von älteren Erwachsenen und Männern getrieben wurden.
Besonders bedeutsam ist, dass die Forschung identifizierte, dass nicht-traditionelle Risikofaktoren – einschließlich niedriges Einkommen, Nierenerkrankungen und Drogenkonsum ohne Tabak – stärker mit Herzinfarkt-Todesfällen verbunden waren als traditionelle Faktoren wie Bluthochdruck oder hoher Cholesterinspiegel. Frauen wiesen eine höhere Prävalenz dieser nicht-traditionellen Risikofaktoren auf, wobei niedriges Einkommen für beide Herzinfarkt-Subtypen am häufigsten vorkam. Unter STEMI-Patienten befanden sich fast 35 % der Frauen im niedrigsten Einkommensniveau im Vergleich zu 29 % der Männer, während bei NSTEMI-Patienten etwa 38 % der Frauen ein niedriges Einkommen hatten im Vergleich zu 32 % der Männer.
„Die Verbesserung der Herzinfarkt-Ergebnisse bei Erwachsenen unter 55 Jahren, insbesondere Frauen, erfordert eine frühere Risikoidentifizierung und Berücksichtigung nicht-traditioneller Risikofaktoren, um die Behandlung zu verbessern“, sagte Dr. Mohan Satish, Hauptautor der Studie und klinischer Stipendiat für kardiovaskuläre Erkrankungen am New York Presbyterian/Weill Cornell Medical Center. Die Forschung wurde in einer Go Red for Women-Sonderausgabe des Journal of the American Heart Association veröffentlicht, einer Open-Access-Peer-Review-Zeitschrift, die unter https://www.ahajournals.org/journal/jaha verfügbar ist.
Die Implikationen der Studie gehen über die klinische Praxis hinaus und erstrecken sich auf die öffentliche Gesundheitspolitik, was darauf hindeutet, dass sozioökonomische Faktoren und systemische Ungleichheiten im Gesundheitswesen erheblich zur Herzinfarkt-Sterblichkeit bei jüngeren Erwachsenen beitragen können. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die häufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten bleiben, unterstreichen diese Ergebnisse die Notwendigkeit umfassenderer Risikobewertungsansätze, die sowohl medizinische als auch soziale Gesundheitsdeterminanten berücksichtigen. Zukünftige Forschung sollte untersuchen, wie nicht-traditionelle Risikofaktoren mit traditionellen interagieren und gezielte Interventionen für vulnerable Bevölkerungsgruppen entwickeln.

