St. Louis County führte im November 2025 eine 'No-Refusal'-Richtlinie für Festnahmen wegen Trunkenheit am Steuer ein, die grundlegend verändert, wie Fälle von Trunkenheitsfahrten in der Region behandelt werden. Die Richtlinie, angekündigt von der Staatsanwaltschaft von St. Louis County in Zusammenarbeit mit Mothers Against Drunk Driving (MADD), beseitigt die Möglichkeit für Personen, die unter Verdacht einer Trunkenheitsfahrt festgenommen wurden, einen Atemtest nach der Belehrung über Missouris 'implied consent' (stillschweigende Einwilligung) zu verweigern.
Vor dieser Änderung konnten Fahrer den Test ablehnen, nachdem sie darüber informiert wurden, dass eine Verweigerung zu einer einjährigen Führerscheinsperre führen würde. Diese Verweigerung erschwerte oft Anklageverfahren, da sie staatlich anerkannte chemische Nachweise der Blutalkoholkonzentration ausschloss. Verteidiger konnten alternative Erklärungen wie Müdigkeit, Erschöpfung oder die Unzuverlässigkeit von Feldnüchternheitstests ohne definitiven Nachweis einer Trunkenheit vorbringen.
Die neue Richtlinie zielt darauf ab, wahrgenommene Schlupflöcher zu schließen, indem sie sicherstellt, dass Staatsanwälte wissenschaftliche Beweise für den Blutalkoholspiegel eines Fahrers haben. In Missouri, wo nachweisbare Beweise betont werden, erklären Staatsanwälte, dass diese Richtlinie sicherstellt, dass Trunkenheit durch chemische Nachweise gestützt wird. Die unmittelbare Auswirkung war erheblich: Die Anklagen wegen Trunkenheitsfahrten stiegen um fast 40 Prozent von 498 Fällen im Jahr 2024 auf deutlich mehr im Jahr 2025 nach der Umsetzung der Richtlinie.
Fahrer sehen sich nun möglicherweise zwei separaten Führerscheinsperren aus einer einzigen Kontrolle gegenüber: einer einjährigen Sperre für die Verweigerung eines Atemtests und einer zusätzlichen 90-tägigen Sperre, wenn ein anschließender Bluttest eine Blutalkoholkonzentration über 0,08 Prozent zeigt. Diese Doppelbestrafung stellt eine erhebliche Verschärfung der Konsequenzen dar, die das Verhalten der Fahrer in Bezug auf Testverweigerungen beeinflussen könnte.
Laut Brendan Block, einem Strafverteidiger aus der Region St. Louis, wird die Rolle der Verteidigung unter dem obligatorischen Testregime kritischer. „Sobald chemische Tests verpflichtend werden, verlagert sich der Fokus darauf, ob ordnungsgemäße Verfahren und Schulungen eingehalten wurden und ob die Beweise vor Gericht standhalten“, sagte Block. Verteidiger konzentrieren sich nun darauf, festnehmende Beamte zu befragen, Polizeiberichte zu überprüfen und zu bewerten, ob Blutentnahmen und Tests den rechtlichen und verfassungsrechtlichen Anforderungen entsprachen.
Kritiker haben mehrere Bedenken hinsichtlich der Umsetzung der Richtlinie geäußert. Krankenhäuser könnten überlastet sein oder nicht rechtzeitig Blutentnahmen durchführen können, medizinisches Personal könnte Blutentnahmen aus Haftungsgründen verweigern, und die Erlangung richterlicher Durchsuchungsbefehle während der Nachtstunden könnte erhebliche Verzögerungen verursachen. Block identifiziert den Zeitfaktor als größte Herausforderung und merkt an, dass „die Blutalkoholkonzentration eines Fahrers mit der Zeit abnimmt“. Er verwies auf einen aktuellen Fall, bei dem eine zweieinhalbstündige Verzögerung zu einem BAC-Wert von 0,03 Prozent und anschließender Einstellung führte, was verdeutlicht, wie Verfahrensverzögerungen Strafverfolgungsbemühungen untergraben können.
Alle verwaltungsrechtlichen Sperren, einschließlich Verweigerungssperren und solcher, die auf angeblichen Atem- oder Bluttestwerten über der gesetzlichen Grenze basieren, können von einem Anwalt für Trunkenheitsfahrten angefochten werden. Der Richtlinienwechsel stellt eine bedeutende Veränderung in der Durchsetzung von Trunkenheitsfahrten in Missouri dar, die Fahrer, Rechtsprofis und das Strafjustizsystem betrifft. Für weitere Informationen zu rechtlichen Implikationen können Einzelpersonen die Website der Kanzlei besuchen.

