Grasberg-Katastrophe offenbart Fragilität der globalen Kupferversorgungskette
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Ein Erdrutsch von geschätzten 800.000 Tonnen hat Anfang September große Teile der Grasberg-Mine von Freeport-McMoRan in Indonesien überschwemmt und dabei zwei Arbeiter getötet, während fünf weitere vermisst bleiben. Die Grasberg-Mine gilt als zweitgrößte Kupfermine weltweit und produzierte 2024 vier Prozent der globalen Kupferförderung. Der Betrieb wurde vorläufig eingestellt, während sich alle Bemühungen auf die Suche nach den vermissten Mitarbeitern konzentrieren. Freeport schätzt, dass der normale Betrieb frühestens 2027 wieder aufgenommen werden kann.
Der Vorfall in Indonesien unterstreicht mehrere Faktoren, die die Fragilität der globalen Kupferversorgungskette offenbaren. Bergbauunternehmen werden zunehmend gezwungen, immer tiefer in die Erde vorzudringen, um zusätzliche Metallvorkommen zu erschließen und die wachsende Nachfrage zu decken. Diese Entwicklung erhöht das Risiko von Unfällen an Bergbaustandorten erheblich, wobei jeder Vorfall die erwartete Lieferkette erschüttert.
Die Anfälligkeit der Kupferversorgung wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass bereits drei größere Katastrophen Kupferbergbauoperationen weltweit getroffen haben. Im Mai führte seismische Aktivität zu einer Überflutung einer Mine von Ivanhoe Mines in der Demokratischen Republik Kongo, deren Wiederherstellung noch immer andauert. Im Juli erlitt Codelco, das staatliche Kupferbergbauunternehmen Chiles, einen Tunneleinsturz an einem seiner Standorte, dessen Ursache noch untersucht wird. Jeder dieser größeren Vorfälle erschüttert die Angebotsseite des Marktes und treibt die Preise schnell in die Höhe.
Diese Preisdynamik wird besonders durch die zunehmende Konzentration der Kupferproduktion in den Händen weniger großer Player verstärkt. Die 20 größten Produzenten dieses Metalls verantworten fast 40 Prozent der weltweiten Förderung. Wenn eines dieser Unternehmen von einem Vorfall betroffen ist, hat der resultierende Angebotsschock aufgrund der Verzerrung globaler Produktionsprognosen überproportionale Auswirkungen. Der Grasberg-Vorfall hat Kupfer erwartungsgemäß auf sein höchstes Niveau seit 15 Monaten getrieben und erreichte letzte Woche 10.485 US-Dollar pro Tonne, nachdem Freeport Force Majeure für seine Operationen erklärte.
Infolge des Vorfalls in Indonesien hat sich das erwartete Angebotsdefizit für das nächste Jahr plötzlich von bisher geschätzten 72.000 auf 400.000 Tonnen ausgeweitet. Dies verdeutlicht, wie stark ein einzelner Vorfall bei einem großen Unternehmen die weltweit genutzte Lieferkette erschüttern kann. Während Explorationsunternehmen wie Torr Metals Inc. ihre Programme vorantreiben, könnten zusätzliche Produktionsstandorte hoffentlich die durch solche Vorfälle ausgelösten Schocks mildern.
