Tevard Biosciences präsentiert vielversprechende tRNA-basierte Therapieansätze für Duchenne-Muskeldystrophie und dilatative Kardiomyopathie
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Tevard Biosciences hat auf dem FEBS-Sondertreffen 2025 neue präklinische Daten vorgestellt, die das Potenzial tRNA-basierter Therapien zur Behandlung genetischer Erkrankungen unterstreichen. Die Ergebnisse zeigen eine durchschnittlich 70-prozentige Wiederherstellung des Wildtyp-Dystrophin-Proteins in Modellen der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) sowie erfolgreiche Titin-Restaurierung bei dilatativer Kardiomyopathie.
Die präsentierten Daten demonstrieren, dass die neueste Generation von Suppressor-tRNAs (suptRNA) in der Lage ist, vollständige funktionale Proteine in beiden Krankheitsmodellen wiederherzustellen. Bei DMD-Modellen führte die AAV-vermittelte Verabreichung von suptRNAs, die auf Gln-TAA- und Arg-TGA-Nonsense-Mutationen abzielen, zu einer signifikanten Dystrophin-Restaurierung mit starker Korrelation zur motorischen Funktionserholung und Normalisierung proteomischer Biomarker.
Im DCM-TTNtv-Programm konnte die suptRNA-Behandlung innerhalb von vier Tagen die vollständige Titin-Proteinexpression und Kontraktilität in humanen iPSC-abgeleiteten Kardiomyozyten wiederherstellen. In vivo führten AAV-vermittelte Arg-TGA-suptRNAs innerhalb von sechs Wochen zu robuster Titin-Produktion und Wiederherstellung der proteomischen Homöostase im Herzen eines TTNtv-Mausmodells.
Beide Programme zeigten dosisabhängige Transduktion, Proteinwiederherstellung und funktionelle Verbesserung nach systemischer Verabreichung ohne nachweisbare Toxizität oder Off-Target-Effekte. Besonders bemerkenswert ist die anhaltende Wirksamkeit der Behandlung – suptRNA-Expression und Proteinwiederherstellung blieben bis zu zwölf Wochen nach der Einzeldosis erhalten.
Daniel Fischer, Co-Gründer und CEO von Tevard Biosciences, betonte die Bedeutung dieser Fortschritte: „Jüngste Durchbrüche in der Suppressor-tRNA- und Vektorentwicklung haben die für klinische Anwendungen notwendigen Proteinwiederherstellungsniveaus erreicht.“ Die Plattform hat sich von Gen-1-Molekülen mit einfacher Anticodon-Modifikation zu Gen-3-Kandidaten entwickelt, die durch Hochdurchsatz-Screening von über 80.000 Varianten optimiert wurden.
Die rational entwickelten suptRNAs ermöglichen eine effiziente und codonspezifische Readthrough-Prämaturer-Stopp-Codons (UGA, UAA, UAG), die 10–40 Prozent aller genetischen Erkrankungen verursachen. Beide Programme – DMD und DCM – streben die Nominierung von Entwicklungskandidaten für das erste Quartal 2026 an. Weitere Informationen sind auf der Unternehmenswebsite verfügbar.
Die präsentierten Ergebnisse markieren einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung genetischer Erkrankungen und unterstreichen das Potenzial tRNA-basierter Therapien, strukturelle Proteine wie Dystrophin und Titin in ihrer natürlichen Form wiederherzustellen. Dies könnte langfristig die Behandlungsmöglichkeiten für Millionen von Patienten mit genetisch bedingten Erkrankungen revolutionieren.
